Nelly Rudin: Züricher Konkrete und Rahmenobjekte

Nach Verena Loewensberg noch eine Schweizerin, die sich einen Namen macht als außergewöhnliche Konkrete Künstlerin: Nelly Rodin. Ich habe hier einen kurzen Text über die Künstlerin gefunden, der eine Ausstellung im Haus Konstruktiv in Zürich 2011 einleitet.

Nelly Rudin

Ausstellungsplakat: Nelly Rudin im Haus Konstruktiv

„Nelly Rudin, 1928 in Basel geboren, arbeitete nach ihrer Ausbildung an der Basler Kunstgewerbeschule (1947–1950) für diverse Grafik- und Werbeateliers in Basel und Zürich. 1953 erfolgte ihr Umzug nach Zürich. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zürcher Künstler Max Bill, Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg und Camille Graeser längst als Schrittmacher einer logischrationalen Formsprache etabliert, die das Erbe der europäischen Avantgarde aus den 1910er und 20er Jahren würdig – und mit internationalem Renommee – weiterentwickelten.

Die Entscheidung darüber, was in der Kunst das Wesentliche sei, lässt sich im Zürich der 1950er und 60er Jahre kaum unabhängig von den Aktivitäten der Zürcher Konkreten denken. Dreh- und Angelpunkt ihrer Zielsetzungen war die Autonomie der Kunst, verstanden als deren Potenzial, die Wirklichkeit aktiv zu gestalten anstatt sie nachahmend wiederzugeben. Eine nachvollziehbare, teils mathematisch fundierte Herangehensweise, eine in strukturellen Werkordnungen zum Ausdruck gebrachte anti-hierarchische Grundhaltung, die Einbeziehung des Betrachters in das Werkkonzept und die Wahrnehmung der künstlerischen Mittel als das, was sie sind – nämlich: Linie, Fläche, Form, Farbe, Licht, Material und Raum – standen im Vordergrund.

Nelly Rudin sollte noch bis 1964 warten, bevor sie den Schritt wagte und eigene Bilder malte. 1968 stellt sie ihre Gemälde erstmals aus, in der Galerie 58 in Rapperswil, und erntet begeisterte Reaktionen. Auch ihre druckgrafischen Arbeiten wecken das Interesse der Kunstszene, und bald zählt man sie – ihres systematischen Ansatzes, ihrer Variationsfreude und ihrer luziden geometrischen Bildordnungen wegen – zur Nachfolgegeneration der so genannten «Zürcher Konkreten» ); … Dass sie sich trotz dieser gewiss schmeichelhaften Aufnahme ihre Unabhängigkeit bewahrt hat und mit bemerkenswerter Stringenz ihren eigenen Ideenpfaden folgte, zeigt sich 1976 besonders deutlich: Rudin verlegt ihre Kompositionen auf Aluminiumrahmen und tauscht damit die Bildfläche gegen die Wandfläche hinter dem Rahmen aus. «Die Rahmenobjekte», erklärt sie, «erlauben mir, das Bildhafte von der Fläche (Wand) in den Raum zu transportieren (dort, wo sonst Bild ‹stattfindet›, ist Leere, und umgekehrt ist dort, wo der Rahmen ist, Bild). Was gewöhnlich Randzone ist, wird zum eigentlichen Bild.»“

Quelle und mehr zur damaligen Ausstellung unter http://www.hauskonstruktiv.ch/deCH/ausstellungen/ausstellungsarchiv/2012-2010/-/events/archiv-2011/2011/nelly-rudinbropen-space-et229.htm?rl=2

2 Gedanken zu “Nelly Rudin: Züricher Konkrete und Rahmenobjekte

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