Schon Anfang der dreißiger Jahre setzen sich eine Reihe von dänischen Künstlerinnen und Künstler, allen voran Vilhelm Bjerke-Petersen mit den Thesen von Theo van Doesburg und den Künstlern der Art Concrete Bewegung auseinander.
Vilhelm Bjerke-Petersen studiert Kunst zunächst in Norwegen und dann ab 1930 bei Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus. Sein besonderes Interesse gilt dem Surrealismus und der Symbolik in der modernen Kunst. 1933 veröffentlich er die Publikation „Symboler i abstrakt Kunst“ – Symbole in der abstrakten Kunst – und gründet kurz danach die Künstlergruppe Linien.

„Symboler i abstrakt Kunst“ ist so etwas wie das Gründungsmanifest der Gruppe. Gründungsmitglieder im Januar 1934 sind neben Vilhelm Bjerke-Petersen die beiden Künstler Eiler Bille und Richard Mortensen. Eine erste Ausstellung findet mit der Gründung statt und die Gruppe veröffentlich eine Zeitung mit dem Namen „Linien“.
Im Jahr 1935 wendet sich Vilhelm Bjerke-Petersen verstärkt dem reinen Surrealismus zu. Anstelle von Eiler Bille und Richard Mortensen lädt er nun Wilhelm Freddie und Harry Carlsson zur großen internationalen Ausstellung über Kubismus und Surrealismus ein. Diese Schau gilt als eine der bedeutendsten in Dänemark und vereint Größen wie Erik Olson, Jean Arp, Max Ernst, Paul Klee, Joan Miró, Salvador Dalí und Yves Tanguy. Sie steht aber auch für eine Spaltung der Avantgade und eine Neuausrichtung von Linien.
Infolge dieser Umorientierung beenden Eiler Bille und Richard Mortensen ihre Zusammenarbeit mit Vilhelm Bjerke-Petersen. Sie organisieren 1937 eine eigene internationale Ausstellung, die als eine Art Gegenentwurf fungiert. Dabei bringen sie abstrakte und konkrete Künstler wie Theo van Doesburg, Piet Mondrian, Wassily Kandinsky und Sophie Taeuber-Arp mit den Surrealisten Max Ernst, Paul Klee, Joan Miró und Yves Tanguy sowie zahlreichen dänischen Künstlern zusammen.
Die Geschichte der Gruppe findet 1939 ihren Abschluss: Die letzte Ausstellung von Linien findet – auch wieder unter der Beteiligung von Richard Mortensen und Eiler Bille – statt.
Linien ist ein erstes Forum für moderne, abstrakte und vor allem auch surreale Kunst in Dänemark. Die Gruppe führt mit vielen weiteren nationalen und internationalen Künstlern bis 1939 eine Reihe von Ausstellungen in Dänemark durch. Konkrete Kunst spielt dabei zunächst eine untergeordnete Rolle – dominierend sind surreale und abstrakte Werke. Erst mit der Neugründung nach dem zweiten Weltkrieg – 1947 als „Linien II“ – in der Tokanten’s Gallerie in Kopenhagen wird Konkrete Kunst zu einem zentralen Thema für die Gruppe.
Eine Einführung in die Kunst von Vilhelm Bjerke-Petersen in der Kilder Til Dank Kunsthistorie Datenbank: Vilhelm Bjerke-Petersen
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