Richard Mortensen und Linien

Der dänische Maler Richard Mortensen nimmt von 1955 bis 1964 gleich dreimal an der documenta in Kassel teil. Schon dies zeigt seine besondere Bedeutung für die Kunst, insbesondere in Dänemark. Dort nimmt er eine führende Rolle bei der Initiative ein, der Öffentlichkeit die moderne Kunst nahe zu bringen.

Richard Mortensen wird 1910 in Kopenhagen geboren. Nach seinem Studium an der Kunstakademie seiner Heimatstadt entscheidet er sich, als Autodidakt weiterzuarbeiten. Anfang der dreißiger Jahre zieht es ihn nach Berlin, wo er sich intensiv mit den Werken von Joao Miró, Wassiliy Kandinsky sowie mit Bauhaus, Konstruktivismus und Surrealismus auseinandersetzt.

Richard Mortensen, Hélène, 1956, Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Seine frühen Gemälde entstehen spontan und bewegen sich zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Mit der Zeit entwickelt er streng rhythmisch gegliederte Kompositionen, die zunehmend geometrischer werden. Parallel zu seiner Malerei schafft Richard Mortensen ein bedeutendes grafisches Werk. Wie oben bereits erwähnt nimmt er in Dänemark eine führende Rolle dabei, der Öffentlichkeit die moderne Kunst näherzubringen. Er gründet die Gruppe und die Zeitschrift „Linien“, die Maler vereint, die in diesen bewegten Jahren den Kontakt zu Künstlern in ganz Europa pflegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört er der Gruppe „Helhesten“ an, die von Asger Jorn geleitet wird und die Grundlage für die spätere CoBrA-Bewegung legt. Richard Mortensens geometrische Abstraktion mit präzisen Formen entfernt sich jedoch schnell von der CoBrA-Richtung.

1947 zieht er nach Suresnes bei Paris, wo er etwa 15 Jahre lebt. Zusammen mit dem Bildhauer Robert Jacobsen wohnt er im Haus der dänischen Künstler und wird Teil der Künstlergruppe um die „Galerie Denise René“ (u. a. mit Auguste Herbin und Victor Vasarely). Richard Mortensens nimmt an zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich und im Ausland teil. Er wird der international bekannteste dänische Künstler und beinflusst bis heute – auch über dreißig Jahre nach seinem Tod 1993 – die Kunstszene in Dänemark.

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