Die drei vielleicht bekanntesten und einflussreichsten Konkreten Künstler Dänemarks habe ich in den vergangenen Tagen vorgestellt. Aber die konkrete Kunst in Dänemark endet nicht mit Richard Mortensen, Robert Jacobsen oder Ib Geertsen. Auch wenn diese Künstler bis heute das Bild der Bewegung prägen, entwickeln jüngere Generationen ihre Ideen weiter. Gerade in Dänemark geschieht diese Entwicklung erstaunlich unorganisiert. Es gibt keine geschlossene Schule der konkreten Kunst und kein Manifest, dem jüngere Künstlerinnen und Künstler folgen müssten. Stattdessen entsteht eine lose Tradition. Viele Positionen greifen Elemente der konkreten Kunst auf, ohne sich ausdrücklich so zu bezeichnen.
Ein wichtiger Vertreter dieser späteren Generation ist Per Arnoldi. Er wird 1941 in Kopenhagen geboren und entwickelt früh eine Bildsprache, die auf Reduktion basiert. Kreise, Linien, Rechtecke und intensive Farbflächen gehören zu seinen wichtigsten Gestaltungsmitteln. Seine Werke wirken oft einfach, fast selbstverständlich. Doch gerade diese Einfachheit ist präzise konstruiert.
Besonders charakteristisch ist sein Umgang mit Farbe. Arnoldi arbeitet häufig mit starken Primärfarben – Rot, Blau, Gelb – kombiniert mit Weiß oder Schwarz. Die Farben stehen klar voneinander getrennt und erzeugen eine unmittelbare visuelle Wirkung.
Damit steht Per Arnoldi deutlich in der Tradition der konkreten Kunst. Auch bei ihm entsteht das Bild nicht aus einer Darstellung der Wirklichkeit, sondern aus Form, Fläche und Beziehung. Dennoch wirken seine Arbeiten selten streng oder theoretisch. Viele Kompositionen besitzen eine spielerische Leichtigkeit.
Gerade diese Offenheit unterscheidet Per Arnoldi von früheren Generationen konkreter Kunst. Während Künstler wie Richard Mortensen oder Robert Jacobsen noch stark von der europäischen Nachkriegsavantgarde geprägt werden, bewegt sich Per Arnoldi selbstverständlich zwischen Kunst und Design. Für ihn existiert keine scharfe Grenze zwischen beiden Bereichen.
Das zeigt sich besonders in seiner grafischen Arbeit. Seine Plakate gehören zu den bekanntesten Beispielen moderner dänischer Gestaltung. Mit wenigen Formen schafft Arnoldi Bilder, die sofort erkennbar bleiben. Oft genügt ein Kreis, eine Linie oder eine starke Farbfläche, um eine gesamte Komposition zu tragen.
Auch im öffentlichen Raum entfalten seine Arbeiten eine besondere Wirkung. Wandgestaltungen oder architekturbezogene Projekte integrieren sich direkt in Gebäude und Plätze. Die Kunst erscheint nicht als Fremdkörper, sondern als Teil der Umgebung. Damit setzt Per Arnoldi eine zentrale Idee der dänischen konkreten Kunst fort: Kunst soll den Alltag nicht dominieren, sondern strukturieren und bereichern.
Jede Menge mehr Fotos seiner Werke: Samlinger | Slots- og Kulturstyrelsen
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