Frank Stella: von „Black Paintings“ und „Shaped Canveses“

Seit ich bei der Great Graphic Boom Ausstellung in der Staatsgalerie (Staatsgalerie Stuttgart) mal wieder Werke von Frank Stella gesehen habe und die einen oder anderen Artikel über ihn gelesen habe, lässt mich der Künstler nicht mehr los. Seine Spektrum ist enorm – seine Geschichte spannend: Vom Minimalist zum Maximalist, von Konkretem zu Abstraktem und von der zweidimensionalen Bildfläche zu dreidimensionalen, übergroßen Collagen.

Über einhundert Werke von ihm finden sich in WikiArt: Frank Stella

Ein zugegeben schon sehr alter Artikel über das Schaffen von Frank Stella beschreibt seine Vielfältigkeit:

„Der Künstler war gerade 23 Jahre alt, als ihm mit seinen ‚Black Paitings‘ 1959 gelang, den herrschenden Abstrakten Expressionismus hinter sich zu lassen. Radikal reduzierte er das Gemälde auf den bloßen Anstrich mit schwarzer Emailfarbe und ein Ornament symmetrisch verlaufender Streifen. Die traditionellen Bildgrenzen stellt er in Frage: Das Gemälde erscheint als willkürlicher Ausschnitt aus einem endlosen Muster.

1960/1961 rebelliert Stella mit seinen ‚Aluminium Paintings‘ gegen die Autorität der rechteckigen Leinwand: Seine mit Aluminiumfarbe gemalten, parallel verlaufenden Streifen knicken ab und ließen sich einfach nicht mehr zum Rechteck addieren: Immer blieben störende Restflächen an den Ecken übrig. ‚Nimm sie doch einfach weg‘, riet ihm ein Freund – ab sofort bestimmte das Muster des Gemäldes die Kontur der Leinwand, Stella hat die ‚Shaped Canvases‘ erfunden.

Ähnlich entstanden die monumentalen ‚Cooper Paintings‘ – Kupfergemälde … und auch die ‚Irregular Polyglons‘ – unregelmäßige Vielecke von 1966, bei denen sich farbige Dreiecke und Quadrate ineinanderschieben, …

Hatte er bis zu diesem Zeitpunkt die Grenzen der Malerei zu den Seiten hin erweitert, eroberte er in den siebziger Jahren den Raum vor der Fläche …“  Frank Stella baute aus Aluminiumteilen komplizierte, bunte, räumliche „Wand-„Collagen mit teilweise mehren Metern Abmessung. Die Aluminiumteile werden dabei miteinander verbunden, mit speziellen Fettfarben bemalt und mit verschiedenen Materialen beklebt.

Quelle: Ira Diana Mazzoni: „Eroberung des Raumes vor der Fläche“, in art-Magazin 02/1996, S. 86f.

Siehe auch:
„Was man sieht, ist was man sieht!“ – Frank Stella
The Great Graphic Boom in der Staatsgalerie

 

Ein Gedanke zu “Frank Stella: von „Black Paintings“ und „Shaped Canveses“

  1. Pingback: Frank Stella – wie ein Lackierer! | Arte Concreta

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s