Harold Weston – Realismus mit Magna Cum Laude

Ein weiterer Maler des Amerikanischen Realismus, der international bekannt wird, ist Harold Weston. Der in Pennsylvania geborene Künstler geht in der Schweiz und in Deutschland zur Schule, erkrankt – zurück in den USA – in jungen Jahren an Polio. Ein Bein bleibt gelähmt und Harold Weston bleibt anschließend lebenslang auf Gehhilfen angewiesen. Aufgrund seiner Behinderung kann er sich nicht für den ersten Weltkrieg rekrutieren lassen und meldet sich stattdessen freiwillig beim YMCA (Young Men’s Christian Association). Er diente in der Organisation als Verbindungsmann für die britische Armee in Bagdad im Osmanischen Reich. Er ermutigt dort stationierte Soldaten künstlerisch tätig zu werden, und er organisiert 1917 den Bagdad Art Club, um ihre Kunst auszustellen und zu fördern. Später wird er zum offiziellen Maler der britischen Armee ernannt.

Harald Weston, Iran, nach 1920
(c) gemeinfrei
Quelle: WikiCommons

Harold Weston beschäftigt sich in seinem Studium an der Harvard Universität ausführlich mit den zeitgenössischen wie historischen Kunststilen Europas und Nordamerikas. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums – mit Magna Cum Laude (!) – wählt er „…  ein einsames, asketisches Leben in der rauen Wildnis der Adirondack Mountains im Nordosten des Bundesstaats New York. Anders als die meisten seiner Zeitgenossen war Weston als Künstler Autodidakt. In seinen Gemälden aus den frühen 1920er Jahren, …,  zeigt sich eine moderne Ästhetik kombiniert mit einer individuellen Interpretation. Dies offenbart die Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Werk Vincent van Goghs. Westons zunächst im Freien skizzierte und später im Atelier fertiggestellte Kompositionen verbinden stilisierte Formen mit rhythmischen Linien, strukturiertem Farbauftrag und ungewöhnlichen oder verzerrenden Blickwinkeln. So gelang es ihm, in seinen Gemälden das Wesen einer abgelegenen Landschaft einzufangen und gleichzeitig die physischen Wahrnehmungen von Gelände, Wetter und wechselndem Licht einfließen zu lassen.“

Quelle: Behrends Frank, S. u. Barmann, S.: „Urgewalten. Natur als Ausgangspunkt der Moderne“, in: Von Hopper bis Rothko, Amerikas Weg in die Moderne, Prestel Verlag, München u.a.O., 2017, S. 127.

Jede Menge Informationen zum Künstler und Bilder vieler seiner Werke finden sich auf der Webseite der Harold Weston Foundation, die den Nachlass des 1974 verstorbenen Künstlers verwaltet: Harold Weston

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