Biennale Venedig 2026 – der brasilianische Pavillon

Brasilien präsentiert im Landespavillon mit Comigo ninguém pode einen gemeinsamen Auftritt der Künstlerinnen Rosana Paulino und Adriana Varejão.

Der Titel – eben Comigo ninguém pode (wörtlich: „Mit mir kann es niemand aufnehmen“) – bezieht sich auf die Dieffenbachie, eine giftige Pflanze, die in Brasilien traditionell vor Häusern als Schutzsymbol steht. Ihre Ambivalenz – zwischen Toxizität und Resilienz, zwischen Abwehr und spiritueller Kraft – prägt die Ausstellung. Der Name wird auch als umgangssprachlicher Ausdruck für Widerstand gelesen: „Stör mich nicht!“ oder „Ich lasse mich nicht unterkriegen!“. Damit verweist der Begriff und die Ausstellung auch auf die kolonialen Wunden und Traumata, die beide Künstlerinnen in ihrem Werk verhandeln – stets verbunden mit Prozessen der Metamorphose, der Neuschreibung von Geschichte und der Dialoge zwischen Materialität und Raum.

Die Ausstellung bricht mit linearer Zeit und verbindet über 30 Jahre künstlerischer Produktion beider Künstlerinnen. Rosana Paulino etwa thematisiert in Serien wie Senhora das plantas die Schwarze Frau als Bewahrerin von Leben und Erinnerung, während Adriana Varejão in ihren Gemälden künstliche Materialitäten (Betons, Fleisch, barocke Schnitzereien) mit botanischen Elementen verschmilzt. Ihr Ziel: eine sensible Erfahrung, die das Transzendente im Sichtbaren erfahrbar macht. Die Werke beider Künstlerinnen reagieren auf den Pavillon selbst und machen das Gebäude zum aktiven Bestandteil der Kunst.

Der kuratorischee Ansatz zielt darauf ab, die „Harmonien und Dissonanzen“ beider Künstlerinnen als Dialog erlebbar zu machen – weniger lehrhaft, dafür umso performativ und sinnlich.

„Comigo ninguém pode ist mehr als eine Ausstellung – es ist ein Manifest der Resilienz, das kolonialen Narben neue Bedeutungen verleiht und die Macht der Kunst als Werkzeug der Erinnerung feiert.“

Quelle der Einführung, des anschließenden Zitates und mehr Informationen: Brazilian Pavilion at Venice Biennale presents Adriana Varejão, Rosana Paulino: Comigo ninguém pode – Biennial Foundation

Hier ein Blick in den Pavillon:

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