Sean Scully: „Warum sollte man nicht das tun, was man am besten kann?“

Gestern im Flugzeug zurück nach Stuttgart habe ich doch tatsächlich im Lufthansa Magazin ein Interview man Sean Scully gefunden. Vor einigen Monaten habe ich bereits über die Streifenbilder Sean Scullys geschrieben, die in Stuttgart in Ausstellungen zu sehen waren. Übernächste Woche startet eine neue Ausstellung Scullys in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (Kunsthalle Karlsruhe). Dazu demnächst mehr.

scully

Ausstellung der Fundación Bancaja, Sean Scully und Lilliane Tomasko, (c) Fundación Bancaia, CC00

Hier zunächst ein Auszug aus dem Interview und anschließend einige Links:

„Sean Scully gilt als einer der wichtigsten abstrakten Maler unserer Zeit: In seinen wuchtigen Bildern versöhnt er die strenge des Minimalismus mit der Eingebung des Poeten. …

Wenn Sie ein Werk beginnen, wissen Sie da schon, welche Farben es haben soll?
Oh, nein, ich habe nie eine genaue Vorstellung! Es kommt vor, dass ich einen Eimer des schönsten Rot anmische, dann aber doch etwas anderes verwende, das schon herumstand. Die Farbe finde ich bei der Arbeit. Sie ist meine Begabung — wie die Stimme, die einem Sänger gegeben wurde.

Klingt so, als bräuchten Sie Raster und Repetitionen, um frei singen zu können …
So ist es. Ich lege ein philosophisches Konstrukt zugrun— de, eine strukturelle ldee, die es mir erlaubt, diesen anderen, poetischen Teil von mir auszuleben. Heute ge- schieht das intuitiv, aber ich musste es mir erarbeiten.

Was macht Wiederholung für Sie so interessant?
Sie ist überall! Bäume, Tische, Wolkenkratzer… Nichts auf der Welt könnte ohne Wiederholungen entstehen. Meine Werke handeln davon, wie die Dinge zusammen- gesetzt sind, deshalb gibt es Störungen und Einschübe. Das Besondere ist: Gemälde sind keine Maschinen, sie sind nur zum Anschauen da.

Hätten Sie nicht auch mal Lust, Kreise zu malen?
Es wäre ganz leicht, meine Sprache zu ändern. Aber ich kann damit alles sagen, was ich will, und sie bringt immer wieder neue Resultate hervor. Ich kann mich gut daran erinnern, als Bob Dylan mit „Blood on the Tracks“ zu seinen Folk-Wurzeln mit Akustikgitarre zurückkehrte. Es war eine Rückkehr zu sich selbst. Und genau das will ich von ihm auch hören e nicht Dylan beim Herum- spielen, sondern die Quintessenz.

Ist das nicht ziemlich konservativ?
Die Frage ist doch eher: Warum sollte man nicht das tun, was man am besten kann?“

Quelle: Sebastian Handke, „Lebenslinien“, in: Lufthansa Exclusive, 3, 2018, S. 37ff.

Einige „gestreifte“ Werke bei der Kerlin Gallery: Sean Scully

Siehe auch:
Die Streifenbilder des Sean Scully

Farbfeldmalerei

3 Gedanken zu “Sean Scully: „Warum sollte man nicht das tun, was man am besten kann?“

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