Nur wenige Kilometer weg von Florenz und der Renaissance gibt es moderen Kunst der Extraklasse! Die Villa Cella in Santomato bei Pistoia beherbergt eine der faszinierendsten zeitgenössischen Kunstsammlungen Italiens: die Sammlung Gori. Eingebettet in die sanften Hügel der Toskana verbindet dieser Ort auf einzigartige Weise Natur, Architektur und Kunst zu einem Erlebnis, das weit über einen klassischen Museumsbesuch hinausgeht.
Bereits beim Betreten des weitläufigen Parks wird deutlich, dass hier andere Regeln gelten. Kunst ist nicht nur ausgestellt, sondern Teil der Landschaft. Die Sammlung Gori entsteht in den achtziger Jahren aus der Leidenschaft der Familie Gori für zeitgenössische Kunst. Seitdem wächst sie kontinuierlich und entwickelt sich zu einem offenen Dialog zwischen Künstlern und Umgebung. Viele Werke entstehen direkt vor Ort und sind speziell für diesen Park konzipiert.
Der Park selbst erstreckt sich über mehrere Hektar und lädt zum langsamen Entdecken ein. Zwischen alten Bäumen, Wiesen und kleinen Wegen tauchen immer wieder Installationen, Skulpturen und architektonische Eingriffe auf. Manche Werke sind sofort sichtbar, andere verstecken sich bewusst und fordern den Besucher dazu auf, genauer hinzusehen. Genau dieses Wechselspiel macht den Reiz der Sammlung aus: Man bewegt sich nicht nur durch einen Park, sondern durch eine Abfolge von Gedankenräumen.

Ein zentrales Element der Sammlung ist die sogenannte „Umweltkunst“. Künstler arbeiten hier nicht isoliert, sondern setzen sich aktiv mit dem Ort auseinander. Sie nutzen Licht, Perspektive, Materialien und natürliche Gegebenheiten, um Werke zu schaffen, die sich im Laufe der Zeit verändern. Regen, Sonne und Jahreszeiten hinterlassen ihre Spuren und machen jedes Kunstwerk lebendig. So wird der Park selbst zu einem dynamischen Kunstwerk.
Neben dem Außenbereich bietet auch die Villa selbst Raum für beeindruckende Installationen. Im Inneren entstehen sogenannte „Umgebungen“, also Räume, die vollständig von Künstlern gestaltet werden. Diese Werke sind oft immersiv und ziehen den Besucher in eine eigene Welt hinein. Farben, Formen und Materialien wirken hier direkt auf die Wahrnehmung und schaffen intensive, manchmal sogar überraschende Erfahrungen.
Das „who is who“ der modernen und zeitgenössischen Kunst sind der Einladung der Familie gefolgt und haben ihre Spuren hinterlassen – von Keith Harring zu Anselm Kiefer, von Sol Le Witt, Richard Morris oder Richard Serra zu Tony Cragg und natürlich Marino Marini, der berühmteste Künstler aus Pistoia. Weit über 100 Werke sind zu sehen.
Was die Sammlung Gori besonders macht, ist ihre Haltung: Kunst wird nicht distanziert präsentiert, sondern als Teil des Lebens verstanden. Besucher sind eingeladen, sich Zeit zu nehmen, zu verweilen und eigene Interpretationen zu entwickeln. Es gibt keinen festen Rundgang, keine vorgeschriebene Reihenfolge – jeder Besuch verläuft anders.
Noch ein kleiner Tipp: Unbedingt den Besuch resevieren und gute Schuhe mitnehmen! Der begleitete Rundgang dauert rund 3 Stunden!
Alle Informationen zur Villa und den Besuchsmöglichkeiten: Collezione Gori – Arte ambientale a Pistoia dal 1982;
Viel Spaß in Pistoia!
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