Mit César Cornejo und seinem Projekt des Puno Museum of Contemporary Art, welches ich vorgestern hier vorgestellt habe, soll meine kleine Reise durch die peruanische, zeitgenösissche und konkreter Kunst zunächste ein Ende finden – wenngleich eine Vielzahl von Künstlerinnen und Künstlern der jüngeren Generation nicht gewürdigt wurden.
Diese jüngere Generation peruanischer Künstlerinnen und Künstler folgt – wie viele Vorgänger – der geometrische Abstraktion nicht als Stil, sondern als offenes Werkzeug auf. Für sie ist das Raster kein historisches Dogma mehr, sondern ein flexibles System, das sich mit digitalen Medien, sozialem Raum und persönlicher Erfahrung verbinden lässt. Geometrie wird zitiert, zerlegt und neu zusammengesetzt – oft hybrid, prozessual und bewusst widersprüchlich.
Diese Positionen entstehen in einem global vernetzten Kontext. Viele Künstler arbeiten zwischen Lima und anderen Städten, nutzen digitale Plattformen und internationale Residenzen. Gleichzeitig bleibt der lokale Bezug zentral. Urbane Strukturen, informelle Architekturen und soziale Ungleichheit prägen ihre visuelle Sprache. Geometrische Formen tauchen als Fragmente auf: als modulare Zeichnungen, als architektonische Anleihen oder als algorithmische Muster.
Inhaltlich rücken Fragen nach Arbeit, Raum und Sichtbarkeit in den Vordergrund. Geometrische Abstraktion und konkrete Kunst dienen dazu, unsichtbare Strukturen zu markieren – ökonomische Abhängigkeiten, soziale Grenzen, informelle Netzwerke. Die Form bleibt reduziert, doch ihre Bedeutung ist klar. Abstraktion ist kein Rückzug, sondern eine Methode der Analyse.
Auch das Verhältnis zur Tradition ist reflektiert. Präkolumbische Geometrien, konkrete Kunst und konzeptuelle Strategien werden nicht direkt zitiert, sondern als visuelle Archive verstanden. Junge Künstlerinnen und Künstler bedienen sich dieser Archive selektiv, kombinieren sie mit zeitgenössischen Referenzen und hinterfragen ihre Kanonisierung. Geometrie wird historisch bewusst eingesetzt, ohne nostalgisch zu sein.
Irgendwann einmal mehr zur Kunst im Peru, die – für mich am Anfang überraschend – doch shehr viel mehr zu bieten hat, als man vielleicht erwartet. Nicht die ganz große konkrete Kunst Argentiniens oder Brasilien, aber doch herausragende zeitgenösissche Kunst und spannende Verbindungen zur historischen Vergangenheit und indigenen Kultur des Landes.
Und zum Schluss noch ein Video mit einigen Tipps für die Reise nach Peru:
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