Sara Flores und ihr Muster habe ich vorgestern hier vorgestellt. Im MALI – Museo de Arte de Lima wird die Künstlerin derzeit mit einer großen Einzelausstellung gewürdigt.
Zunächst aber zum Museum: Das Museo de Arte de Lima (MALI) ist ein kulturelles Highligt im Zentrum von Lima. Es präsentiert eine beeindruckende Sammlung, die die reiche Geschichte und Vielfalt der peruanischen Kunst widerspiegelt. Besuchende erleben Werke von der präkolumbianischen Zeit bis zur zeitgenössischen Kunst. Das Museum zeigt Gemälde, Skulpturen, Textilien und Keramiken aus den verschiedenen Kulturen und Epochen des Landes. Das Gebäude selbst verbindet schon historische Architektur mit modernen Elementen und schafft so eine inspirierende Atmosphäre. Das MALI ist tatsächlich ein Ort der künstlerischen und kulturellen Begegnung, der Geschichte erzählt und kreative Impulse setzt. Ein Besuch lohnt sich wirklich, um die kulturelle Vielfalt Perus hautnah zu erleben und in die faszinierende Welt der peruanischen Kunst einzutauchen.
Die zusammengetragenen Werke von Sara Flores in der Ausstellung„Sara Flores. Non Nete.“ setzen sich mit der Shipibo-Kinibo Kultur, der Sara Flores entstammt, auseinander.

„Die Selbstbestimmung der Shipibo bedeutet, eine durch Klimawandel, Rohstoffabbau und systemische Gewalt tiefgreifend veränderte Welt zurückzuerobern, um die Regeneration einer neuen Welt zu fördern. Diese Welt ist Non Nete. Wörtlich „unsere Welt“, ist Non Nete mehr als die geografische Abgrenzung des angestammten Territoriums; es umfasst die gegenseitige Abhängigkeit aller Lebensformen – Tiere, Pflanzen, Menschen und Nicht-Menschen – und die Vernetzung verschiedener Bereiche, wie der Welt des Wassers und der Welt der Ideale. Eng damit verbunden, ist Non Nete auch ein Ideal, das das ständige Bestreben widerspiegelt, alle Sphären so in Einklang zu bringen, dass das Gedeihen des Lebens und das kollektive Wohlbefinden gefördert werden. Non Nete hat auch eine zeitliche Dimension, denn es bedeutet auch „unser Tag“ und verweist auf Zyklen der Wiedergeburt. Jeder Tag markiert einen Neubeginn und macht Non Nete so zu einer optimistischen Vision, in der uns die indigene Kosmologie in eine gerechte und nachhaltige Zukunft führt.“
Für ihre Arbeiten mit Baumwollstoff lässt sich Sara Flores von ihrer unmittelbaren Umgebung inspirieren und gewinnt ihre Materialien daraus. Mit Naturfarben kreiert sie labyrinthische Muster, die neuronale, spirituelle und ökologische Netzwerke nachzeichnen – Ausdruck der tiefen Verbundenheit mit der Umwelt, einer wahren Öko-Abhängigkeit, die der indigenen Identität innewohnt. Angesichts der Bedrohung des Amazonas gewinnt dies nun eine dringende Bedeutung.
In ihrer ersten Einzelausstellung auf institutioneller Ebene nutzt Sara Flores den geschützten Raum der Kunst, um sich im Namen ihres Volkes an den peruanischen Staat zu wenden. Sie präsentiert ein neues Werk, inspiriert vom Traum der indigenen Selbstbestimmung, und macht die politische Dimension ihrer künstlerischen Praxis deutlich.
Quelle dieser Einführung uns mehr Informationen zur Künstlerin und zur Ausstellung im MALI: Sara Flores. Non Nete. Un sueño para una nación indígena – MALI – Museo de Arte de Lima
Hinterlasse einen Kommentar