Biennale Venedig 22 – Carla Accardi

Carla Accardi, eine herausragende Künstlerin der italienischen Avantgarde und der Arte Povera Bewegung ist bereits zum dritten Mal mit ihren Werken auf der Biennale vertreten.

Die 2014 verstorbene Carla Accardi ist eine der prominentesten, weiblichen Figuren des 20. Jahrhunderts in Italien. Feministin, Marxistin und Abstraktionistin und die einzige Frau unter den Gründerinnen und Gründern der Künstlergruppe Forma 1, die sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg formiert und sich dem Abstraktionismus widmete. Sie wird zur ersten italienischen Künstlerin, die mit der Abstraktion verbunden wird und auf der internationalen Bühne breite Anerkennung findet.

Carla Accardi, Rosa grigio grande, 1973
Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Nach einem Kunststudium in Palermo, kommt Carla Accardi 1947 nach Rom, wird – wie oben eräht – Mitgründerin der Forma 1 und beginnt einen neuen Stil der Abstraktion zu verwirklichen. Es entstehen eine Vielzahl von farbenfrohen Temperagemälde, die sie weithin bekannt machen und sie ihr auch eine erste Einladung zur Biennale nach venedig einbringen. Inhaltlich sind ihre Werke bis Mitte der sechziger Jahre von feministischen und marxistischen Themen geprägt, dann – ab Mitte der sechziger Jahre – gibt Carla Accardi die Tempera zugunsten farbiger und fluoreszierender Farben auf, die auf transparente Kunststoffträger aufgetragen werden, wobei die Werke oft die Dimensionen des Trägers verlassen und der umgebende Raum mit einbezogen wird. Mit dieser Interpretation von Offenheit der Kunst über die Kunstträger hinaus, beeinflusst sie wiederum die Künstlerinnen und Künstler der Arte Povera Bewegung, die in diesen Jahren ebenfalls großen Zulauf in Italien haben. In den siebziger Jahren kehrte Carla Accardi schließlich zu den geometrischen Mustern zurück, die auf großen Leinwänden namens Lenzuoli wiederholt werden. Die Erfahrungen mit der Arte Povera Bewegung der sechziger und siebziger Jahre werden in einer Reihe von Installationen aber trotzdem immer weiter erforscht und erst in den achtziger Jahren kehrt sie allmählich zu den traditionellen Dimensionen der Kunstträger zurück.

Eine lesenswerte Einführung in das Leben und das Werk der Künstlerin findet sich bei stayinart: Carla Accardi; bei WikiArt finden sich noch Abbildungen weitere Werke der Künstlerin: Carla Accardi

Zur Vorstellung ihrer Arbeiten in Venedig: Biennale 22 – Carla Accardi

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