Lorser Feitelson – vom Postsurrealismus zum Hard Edge

Nochmal zu Lorser Feitelson:

„Eine Kultur kann ohne tiefe Bindung an eine formale Ordnung nicht existieren, und die Avantgarde muss, je mehr sie wagt, desto mehr ihre eigene Ordnung schaffen. Der große Künstler zerstört nicht die Ordnung – er schafft sie wieder.“

Lorser Feitelson

Lorser Feitelson gewinnt während seines Studiums und seiner Aufenthalte in Europa eine lebenslange Wertschätzung für die Meister der Renaissance. Er studiert ihre Zeichentechniken und Komposition und fertigt Tausende von Figurenstudien an, die zur Grundlage seines Lebenswerks werden. 1913 sieht sich Lorser Feitelson ‚The Armory Show‚ in New York an und ist schnell fasziniert von der Verwendung kinetischer Bewegung in den ausgestellten Werken. Die komplexe Beziehung zwischen den Alten Meistern und dem Fortschritt der modernen Kunst, begleitet ihn fortan in seiner ganzen Karriere.

Ab Mitte der dreißiger Jahre prägen Lorser Feitelson und Helen Lundeberg, seine Ehefrau, zunächst den Begriff „subjektiver Klassizismus“ für ihr Werk – später auch bekannt als ‚Postsurrealistische Bewegung‘. Ihr Manifest wird in direktem Kontrast zu den Traumlandschaften der europäischen Surrealisten geschaffen. Lorser Feitelson verwendet einen klassischen figuralen und strukturellen Kontext, um seinem Publikum ein universelles Thema wie Leben und Tod zu vermitteln. Er will eine bewusste Botschaft senden, die für den Betrachter zugänglich ist, was ihn von seinen europäischen Kollegen unterscheidet. Der Postsurrealismus unterstützt eher den bewussten Umgang mit Materialien als er das Unbewusste unterstützte. Rationalität, insbesondere die Faszination für Biologie, Psychologie und ihre Verbindung zur Philosophie, werden zum Sprungbrett für die postsurrealistische Bewegung und zum Fundus ihrer Werke. So präsentiert Lorser Feitelsons Werk im Gegensatz zum Surrealismus Bilder, die die Realität nicht verzerrten, sondern durch die Gegenüberstellung von Objekten im visuell möglichen Raum eine mystische Qualität erzeugten.

In den 1940er Jahren erfährt Lorser Feitelsons Kunst einen bemerkenswerten Wandel. Seine Arbeit bringt weiterhin sein Interesse an struktureller Dynamik zum Ausdruck, indem er mit der Beziehung zwischen Farbe und Form experimentiert und Bewegung zwischen positiven und negativen Räumen erzeugte. Die symbolische Bildsprache wird aber aufgegeben. Diese ausgeprägte Veränderung bringt Lorer Feitelson schlussendlich in darauffolgenden Jahren zu Lorsers Feitelsons zu Hard Edge- und später Minimalistischen Werken, die ihn endgültig international bekannt machen.

Hier ein Video mit einem Streifzug durch die surrealistischen, geometrischen und minimalsten Phasen des Künstlers:

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