Helen Lundeberg, Postsurrealismus und Hard Edge

Helen Lundeberg ist die Ehefrau von Lorser Feitelson, ist die Begründerin des Neuen Klassizismus‘, der später Postsurrealismus genannt wird und eine wichtige Vertreterin der Hard Edge Bewegung. Sie studiert Anfang der dreißiger Jahre in Passadena, wo sie den Professor und Malerkollegen Lorser Feitelson kennenlernt, den sie 1933 heiratet.

Lorser Feitelsons dynamische Herangehensweise an die Komposition und sein weitreichendes Interesse an der internationalen Kunstszene inspirierten Helen Lundeberg zu einer künstlerischen Karriere. In diesen Jahren arbeitet Helen Lundeberg sowohl im sozialrealistischen als auch im postsurrealistischen Stil und hat ihre ersten Ausstellungen in Kalifornien. 1934 gründet sie schließlich mit ihrem Ehemann gemeinsam den Neuen Klassizismus (oder Subjektiven Klassizismus), der später als Postsurrealismus bekannt wird. Helen Lundeberg selbst schreibt das Manifest des Neuen Klassizismus. Der Postsurrealismus ist die erste konzentrierte Reaktion der USA auf den europäischen Surrealismus. Im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen verlassen sich amerikanische postsurrealistische Künstler nicht auf zufällige Traumbilder. Stattdessen werden sorgfältig geplante Themen verwendet, um den Betrachter durch das Gemälde zu führen und allmählich eine tiefere Bedeutung zu enthüllen.

In den 1950er Jahren bewegt sich Helen Lundeberg in Richtung geometrischer Abstraktion und Hard Edge Malerei und weg von den gegenständlichen, surrealistischen Motiven, die ihre frühen Arbeiten geprägt haben. Obwohl immer in der Realität angesiedelt, schafft Helen Lundeberg mysteriöse Bilder, die irgendwo zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelt sind. Ihre Gemälde, die wiederholt als formal und lyrisch beschrieben werden, beruhen auf präzisen Kompositionen, die verschiedene begrenzte Farbpaletten verwenden. Gemälde aus dieser Zeit verwenden die Idee der sogenannten „Stimmungsentität“, ein Konzept des Postsurrealismus, das sich damit befasst, Geisteszustände, Stimmungen und emotionale Inhalte hervorzurufen, die für jedes Werk einzigartig sind.

Helen Lundeberg, Ohne Titel, 1963
Quelle: WikiCommons, (c) FairUse

In den sechziger und siebziger Jahren arbeitet Helen Lundeberg schließlich mit Motiven, die mit Landschaften, Innenräumen, Stillleben, planetarischen Formen und intuitiven Kompositionen verbunden sind. Sie wiederholt oft Kompositionen oder Themen in verschiedenen Farbpaletten. In den achtziger Jahren erschafft sie dann eine Reihe von Gemälden, die sich mit Landschaften und architektonischen Elementen auseinandersetzen (im Stile des hier gezeigten Werkes) und die mit klaren Kanten den Ideen der Hard Edge Bewegung folgen.

Hier noch der Link zur Webseite der Künstlerin mit jede Menge weiterer Informationen zur Biografie, Werken und Ausstellungen: Helen Lundeberg

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