Lajos Kassák – Schriftsteller, Künstler, Herausgeber, …

Der Ungar Lajos Kassák wird 1887 in der heutigen Slowakei geboren. Um die Jahrhundertwende zieht er nach Budapest, beginnt eine Lehre als Schlosser und veröffentlicht erste Schriften. 1909 und 1910 reist er durch Westeuropa und lernt in Paris die moderne Kunst und die politischen, anarchistischen Ideen der europäischen Avantgarde kennen. Zurück in Budapest veröffentlicht er Kurzgeschichten, Theaterstücke und Gedichte und gibt ab 1915 seine erste Publikation mit dem Namen „A Tett“ (Die Tat) heraus. Im Laufe des Jahres erscheinen 17 Ausgaben von A Tett, in denen antimilitaristisches und anarchistisches Material veröffentlicht wird. Trotz vieler politischer Angriffe gelingt es dem Magazin, die Entwicklung der avantgardistischen Kunst in Ungarn zu fördern.

Composition (Red Forms) - Lajos Kassák
Lajos Kassák, Komposition (rote Formen)
Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Im Jahr darauf – 1916 – verlegt Lajos Kassák eine neue Publikation namens Ma (Heute), die über die ungarische Avantgarde und ihre künstlerischen und politischen Aktivitäten berichtet. Während der Ungarischen Republik verteidigt er die Unabhängigkeit der Künste und gerät daher in Konflikt mit den Regierenden. Nach einem Gefängnisaufenthalt flieht Lajos Kassák 1920 mit vielen anderen Intellektuellen nach Wien, wo er zwischen 1920 und 1926 die Zeitschrift Ma erneut veröffentlicht. In Wien wird Lajos Kassák zu einer angesehenen Persönlichkeit der europäischen Moderne und lernt unter anderem Kurt Schwitters, El Lissitzky und Hans Arp kennen. 1922 veröffentlicht er das ‚Buch Neuer Künstler‘ mit László Moholy-Nagy.

In Wien wir Lajos Kassák mehr und mehr auch zum Künstler. Er experimentiert unter anderem mit plastischen Formen im Geiste von De Stijl. Er veröffentlicht die Schriften von Theo van Doesburg, und seine literarischen und künstlerischen Werke werden wiederum in der Zeitschrift ‚De Stijl‘ veröffentlicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geht Lajos Kassák in der ungarischen Politik und wird stellvertretender Vorsitzender des Arts Council, eines Beratungsgremiums des Ministers für Religion und Bildung. 1947 vertritt er gar die Ungarische Sozialdemokratische Partei im Parlament. Weiter als Verleger aktiv, gibt Lajos Kassák die Literaturzeitschriften Alkotás und Kortárs heraus. 1949 muss er allerdings ein weiteres mal Budapest aus politischen Gründen verlassen und lebt von 1949 bis 1956 im Ausland. In dieser Zeit konzentriert er sich wieder auf die bildende Kunst und veröffentlichte unter anderem Zeichnungen. Sein künstlerisches Werk steht zeitlebens in enger Verbindung mit dem Konstruktivismus und der konkreten Kunst in ihren Anfängen rund um De Stijl. Lajos Kassák stirbt 1967 mit 80 Jahren. Er gilt als einer der wichtigsten ungarischen Avantgardisten. In Budapest ist ihm ein eigenes Museum gewidmet. Dazu demnächst mehr.

2 Gedanken zu “Lajos Kassák – Schriftsteller, Künstler, Herausgeber, …

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