Ansgar Nierhoff und die Bündelung der Stahlwellen

Der Sauerländer Ansgar Nierhoff hat als Meisterschüler von Norbert Kricke in Düsseldorf Kunst studiert und gehört zu den bekanntesten und renommiertesten deutschen Stahlbildhauern. Über die durchaus unterschiedlichen Ansichten zu seinen Werken habe ich vorgestern bereits geschrieben.

Bis zu seinem Tode 2010 lebt und arbeitet Ansgar Nierhoff in Köln. Anlässlich seines Todes erscheint der folgende Nachruf auf den Bildhauer.

„Der Künstler war eine in mancherlei Hinsicht bemerkenswerte Persönlichkeit: Wo er auftrat, da wirkte der Raum ganz plötzlich ausgefüllt. Ein Mann von auffallender, buchstäblich zupackender Herzlichkeit: Er hatte den Händedruck eines Schmiedes und den Geist eines großen Künstlers. Er war im besten Sinne bodenständig, nicht versponnen, sondern charismatisch.

Bündelung der Stahlwellen
Ansgar Nierhoff, Rotation, 2013
(c) Hans WeingartzROTATIONCC BY-SA 2.0 DE

Noch im Sommer 2008 hatte er ein Ensemble von Außenskulpturen im Rahmen seiner großartigen Werkschau „umFormen – umStellen“ auf öffentlichen Plätzen im Sauerland aufgestellt. … Im dortigen Stadtpark [in Schmalenberg] begegneten die Besucher außerdem der „Rotation“, einer typischen „Bündelung“, wie der Künstler die übereinander geschichteten massiven Stahlwellen nannte, die mit einer schweren Zugkette umgürtet wurden.“ Ansgar Nierhoff gehört heute zu den „… renommiertesten deutschen Stahlbildhauern der Gegenwart. Als solcher hegte er eine ausgesprochene Vorliebe für den öffentlichen Raum. …

Ansgar Nierhoff, der bis zu seiner Emeritierung vor zwei Jahren 20 Jahre lang als Professor an der Akademie für Bildende Künste in Mainz wirkte, versuchte mit seinen architektonisch anmutenden Monumentalplastiken immer, „größte Emotionalität“ freizusetzen. Das gelang ihm auch mit seinen Zeichnungen, in denen er die Energie und Wucht seiner Skulpturen auf die Fläche bannte. Für sein Werk wurde Nierhoff vielfach ausgezeichnet. Vor zehn Jahren erhielt er den August-Macke-Preis seiner Geburtsstadt Meschede.“

Quelle: Emmanuel van Stein, „Nachruf: Monumente der großen Emotionen“, Kölner Stadtanzeiger Online, vom 06.08.10, online unter: https://www.ksta.de/nachruf, aufgerufen am 18.02.2020

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