‚Nicht die Masse darf bestimmen, was Kunst ist‘

Ansgar Nierhoff hat über 60 Skulpturen im öffentlichen Raum in Deutschland realisiert, eine ganze Reihe weiterer Skulpturen, Mahn- und Denkmäler entworfen und zählt damit zu einem der wichtigsten deutschen Bildhauer. Im Zentrum seines künstlerischen Wirken ist dabei stets die Auseinandersetzung mit der Skulpturen und deren spezifischem Ausstellungsort. Er will den Betrachter zu einem Dialog mit der Skulptur anregen – Denkanstöße geben.

Ansgar Nierhoff, Licht in Einem, 1992, Andreas Kloster, Kön
Von Hans Peter Schaefer, http://www.reserv-a-rt.de – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=650752

Die Skulpturen des, als Professor für Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste in Mainz lehrenden, Ansgar Nierhoff sind oft Objekte heißer, öffentlicher Diskussionen gewesen und nicht immer als Kunst akzeptiert worden. Ein Nachruf der Augsburger Allgemeinen Zeiung würdigt den 2010 verstorbenen Ansgar Nierhoff: Seine „… Stärke waren raumbezogene Skulpturen – Kunst im öffentlichen Raum. Er schuf zum Beispiel Mahnmale und gestaltete Plätze. Nierhoff ist in allen wichtigen Skulpturenmuseen vertreten. …

Der als besonders zugänglich geltende Künstler wurde in Meschede im Sauerland geboren und ging im hessischen Frankenberg zur Schule. Bewusst ist er später mit seinen teilweise provokant spröden Eisenskulpturen immer wieder auch in die Provinz gezogen und hat dabei keine Auseinandersetzung gescheut. 1995 zum Beispiel lehnte der Vorstand der evangelischen Kirche in Frankenberg seine Skulptur „Ausgleich“ ab, obwohl die Hessische Kulturstiftung die Plastik als Geschenk finanzieren wollte.

‚Nicht die Masse darf bestimmen, was Kunst ist‘, sagte Nierhoff damals. In Lüdenscheid rettete ein Lokalreporter der „Westfälischen Rundschau“ 2002 eine Edelstahl- Plastik Nierhoffs vor der Verschrottung – das Kunstwerk baumelte bereits in den Zähnen eines Schrottbaggers, als der Journalist den Vandalismus bemerkte.“

Quelle: Bildhauer Ansgar Nierhoff gestorben, Augsburger Nachrichten Online, 12.08.2010, online unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/l, aufgerufen am 12.01.2020

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