Gianfranco Chiavacci und die binäre Logik der Computer

Gianfranco Chiavacci, geboren 1936 in Pistoia in der Toskana beginnt in den fünfziger Jahren seine Karriere als Maler. Nach einem, Anfang der sechziger Jahre absolvierten Programmierkurs für die ersten Computer von IBM ist seine Neugier an dem neuen Medium Computer geweckt und Gianfranco Chiavacci setzt sich fortan mit den künstlerischen Möglichkeiten des Computers auseinander. Mit Aspekten der optischen und kinetischen Kunst fertigte er Gemälde an, die mit verschiedenen Materialien experimentierten, um einzigartige geometrische Figuren und Formen zu schaffen, wobei er niemals den Computer benutzte, sondern lediglich die binäre Logik, die ihm innewohnt. Auf diese Weise wird Gianfranco Chiavacci Teil der einzigartigen und wegweisenden italienischen Kunstbewegung ‚Arte Programmata‘, eine der wichtigsten internationalen Gruppen kinetischer Künstler. Die ‚Arte Programmata‘-Bewegung entsteht nach einer Ausstellung im Mai 1962, die im Olivetti-Showroom in Mailand unter dem Namen „Arte Programmata“ präsentiert und wegweisend für die kinetische Kunst ist.

Gianfranco Chiavacci, GF1947, Fotomontage, 1986, (c) gemeinfrei

In den 70er Jahren beginnt Gianfranco Chiavacci mit Fotografie zu experimentieren. Indem er sich von der üblichen Verwendung der Kamera trennt, erforscht, zeichnet und wiederholt er die Bewegung von Objekten in Raum und Zeit. Mit fotografischen Kompositionen, Farbdias und vor allem Licht entwickelt er eine umfangreichste Serie mit dem Namen Ricerce Fotografice (Photographische Forschung). Durch seine systematische Darstellung von Bewegungsabläufen hat Gianfranco Chiavacci eine Welt geschaffen, in eben diese von ihm erarbeitete, systematische Darstellung zur abstrakten Kunst selbst wird.

Gianfranco Chiavacci hat im Laufe seiner fünfzigjährigen Karriere eine innovative Ästhetik geschaffen, die auf der binären Sprache basiert und von den herkömmlichen Regeln der Zweidimensionalität abweicht. Mit einer unglaublich vielfältigen und reichhaltigen Produktion beherrscht der toskanische Künstler die Experimentierkunst in Malerei, Fotografie und dreidimensionaler Arbeit wie kaum ein anderer Künstler.

2 Gedanken zu “Gianfranco Chiavacci und die binäre Logik der Computer

  1. Du bringst mir so viele neue Kunstrichtungen,Stile usw. vor Augen, die ich nie selber entdeckt hätte. Es ist schon faszinierend, was da alles passiert.
    Mit wissbegierigem Gruss ,Karin

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