Mario Nigro – Totaler Raum und totale Zeit

Man kommt nicht an Mario Nigro vorbei, wenn man über die moderne – und speziell Konkrete Kunst – in Pistoia und Italien schreiben will. Im Jahr 1945 gründet der in Pistoia 1917 geborene Italiener, Sohn eines Mathematikprofessors zusammen mit einer ganzen Reihe anderer Maler aus Livorno die Gruppo artistico moderno (G.A.M.) – die „Gruppe moderner Künstler“.

Vier Jahr später tritt Mario Nigro dem Movimento de l’arte concreta (MAC) bei. Dieser Künstlergruppe, die 1948 in Mailand gegründet wird, geht es darum, durch eine neue, universelle und vergeistigte Kunst zu einem neuen Erscheinungsbild der Realität zu gelangen. Über den Movimento de l‘arte concrete – einer für die konkrete Kunst wirklich wichtigen italienischen Künstlergruppe – demnächst einmal mehr.

Ende der vierziger Jahre schlägt Mario Nigro dann endgültige den Weg in die Konkrete Kunst ein. Er wird zu einem der wichtigsten Vertreter des Movimento de l’arte concreta. Seine Arbeiten werden nun überall in Europa gezeigt, so beispielsweise auch im Pariser Salon des Réalités Nouvelles, einem Zentrum der abstrakten und konkreten Kunst in den fünfziger Jahren. In diesen Jahren entscheidet er sich dann auch, endgültig als Maler zu arbeiten – nach einem Chemie- und Pharmaziestudium hat er zunächst als Apotheker gearbeitet – und veröffentlicht erste Publikationen zu Themen der Kunst und seinen Werken.

Mario Nigro, Scacchi, 1952
Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Zwischen der Mitte der fünfziger Jahre und der Mitte der siebziger Jahre entstehen die wichtigsten Werkgruppen von Mario Nigro: Die Werkgruppe des „totalen Raumes“ und die Werkgruppe der „totalen Zeit“. Bis 1965 entsteht in der „totalen Raum“ Phase eine Reihe von Bildern, die nur aus Linien und Quadraten bestehen. Diese bilden ein flächendeckendes Gitternetz und lassen damit Räumlichkeit erkennen. In der Zeit der „totalen Raum“ Phase erleidet er dann 1960 einen schweren Autounfall, dessen Folgen ihn lange beeinträchtigen.

1962 später wird Mario Nigro dann erstmals zur Biennale in Venedig eingeladen und weitere zwei Jahre später – 1966 – veröffentlicht er seine theoretischen Ansichten im Buch „Tempo Totale – totale Zeit“. Er nimmt ab Ende der sechziger Jahren an den Biennalen in Venedig teil und stellt seine Werke dabei in einem eigenen Raum aus. Dies zeigt seine besondere Bedeutung für die italienische Kunst der Nachkriegszeit.

Einige weitere Informationen zu Mario Nigro auf der Webseite der Galerie Karsten Greve: Mario Nigro

Leider ist die Webseite des Künstlers nur auf Italienisch und Spanisch und auch immer noch nicht ganz fertig: Mario Nigro

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