Konstruktivismus – die Kunst der Revolution

Der Konstruktivismus ist ursprünglich eine russische Stilrichtung. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts beginnen russische Künstler aus allerlei Materialien dreidimensionale Objekte zu formen. Diese Objekte, die sich irgendwie weder Bilder noch Skulpturen bezeichnen lassen, wurden schlicht Konstruktionen genannt und somit wurde der Kunststil der diese Konstruktionen hervorbringt, Konstruktivismus genannt.

Der Konstruktivismus ist politisch sehr eng mit dem Marxismus verbunden und entstand in den Zeiten kurz vor und während der bolschewistischen Revolution 1917 – der Konstruktivismus ist so etwas wie die Kunst der Revolution. Er entsteht also in etwa parallel zum Dadaismus, zum Futurismus und zum Kubofuturismus ab Mitte der 1910er Jahre. Wesentliche Vertreter des russischen Konstruktivismus sind beispielsweise Eliezer „El“ Lissitzky, Ljubow Sergejewna Popowa und Kasimir Malewitsch.

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El Lissitzky, 1922 Einband für das Kinderbuch „Vier Ziegenböcke“

Die Konstruktivisten sahen in ihrer Malerei und Bildhauerei Werkzeuge, um auf gesellschaftliche Missstände und Herausforderungen hinzuweisen. Die Aufmerksamkeit der konstruktivistischen Künstler gilt der einfachen, geometrischen, reinen Form von industrieller Architektur und Gebrauchsgegenständen sowie einer auf die Primärfarben eingeschränkte Farbpalette. Der Konstruktivismus wird zu einem eigenständigen Kunststil der abstrakten, also nicht gegenständlichen Kunst. Allerdings – wie leider fast immer so bei Kunststilen – gibt es die verschiedensten Ausprägungen, Überschneidungen, Weiterentwicklungen, Varianten etc. die eine wirkliche Abgrenzung kaum möglich machen. Eine wichtige Variante des Konstruktivismus ist auf jeden Fall der sogenannte Suprematismus. Dieser wird 1915 von Kasimir Malewitsch in St. Petersburg ins Leben gerufen. Ein wesentliches Kennzeichen: Beim Suprematismus gibt es keinen perspektivischen Raumillusionen. (Zu Kasimir Malewitsch und dem Schwarzen Quadrat, dass die Kunstgeschichte veränderte, demnächst einmal mehr.)

Im Westen hatte der Konstruktivismus seine Vertreter in der Stijl-Gruppe und im Bauhaus. Der Übergang von Konstruktivismus zur Konkreten Kunst ist dann ab den zwanziger Jahren mehr oder weniger fließend.

Siehe auch:
Konstruktivismus, Konkrete Kunst, …

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