Russischer Konstruktivismus I

Ohne den Konstruktivismus ist die Konkrete Kunst nicht verständlich. Ohne den Konstruktivismus hätte es die Konkrete Kunst wahrscheinlich gar nicht gegeben. Zeit, sich einmal näher mit dem Konstruktivismus und seiner Bedeutung für die Konkrete Kunst zu befassen. In den kommenden Tagen werde ich dazu mal einige Artikel zum russischen Konstruktivismus zusammentragen und an dieser Stelle veröffentlichen. Der Konstruktivismus entsteht um die Mitte der zehner Jahre des 20. Jahrhunderts in Russland.

Der russische Konstruktivismus ist untrennbar mit Wladimir Tatlin und Kasimir Malewitsch verbunden. Die abstrakten Reliefkonstruktionen von Wladimir Tatlin wurden erstmals 1913 als „Konstruktivismus“ bezeichnet. Dieser Konstruktivismus, der „… Voraussetzungen im Kubismus, Futurismus und Kubofuturismus hatte, teilt sich in zwei Hauptzweige: den Utilarismus um Wladimir Tatlin … mit der Intention, die Kunst für Architektur, Design, Typographie, Bühnenbilder und Mode zu nutzen und zur Revolution der Gesellschaft einzusetzen und den Suprematismus um Kasimir Malewitsch, der die Kunst gesellschaftlicher Funktionalisierung zugunsten reiner geometrischer Formbestimmung entzog. Er spiegelte als ästhetisch-künstlerisches Element die politischen Konzepte wieder. Die Künstler verstanden sich als offizielle Vertreter der politischen Funktionäre. Ihr Ziel ist es, das kommunistische Gedankengut mit ihrer Kunst ins Volk zu tragen. Dass Kunst als Informationsträger in einem großen Rahmen für die Menschen dienen kann, ist die große Erkenntnis und Leistung, die wir den russischen Konstruktivisten verdanken. In dem Drang einen absolut neuen Staat zu erschaffen tendiert diese Art des Funktionalismus in Richtung Propaganda. Der russische Konstruktivismus versucht ein neues Vokabular zu kreieren, um sich von der Vergangenheit abzugrenzen. „Ingenieure“ nennen sich die konstruktivistischen Künstler und ihre Architektur bezeichnen sie als die „Front der Kunst“. Tatlin spricht vom „Sieg der Maschinenkunst“.

Das russische Gegenstück zum Kubismus gründet sich auf die einfache Natur der Volkskunst und den eckigen Formen der russischen Holzpuppen. Diese Richtung, bekannt als Neo- Primitivismus, ist von mehreren Faktoren beeinflusst: Henri Matisse, den Fauvisten, den „luboks“(satirische Holzschnitte), Ikonen, und den Reklamemalern.“

Quelle: Konstruktivismus – Die Grundidee – Moderne Kunst verstehen, unter: https://www.kunst-zeiten.de/Konstruktivismus-Allgemein, aufgerufen am 28.05.2018

In einem 1920 von Wladimer Tatlin sowie den Brüdern Anton und Naum Pevsner mit staatlicher Unterstützung veröffentlichten Manifest wurden der konstruktive Realismus als wesentliches Gestaltungsprinzipien hervorgehoben. Als später Lenin allerdings die Auffassung vertrat, Kunst sei nur dann politisch verwertbar, wenn sie auch von der Allgemeinheit verstanden und akzeptiert werde, wurde später in der Sowjetunion der Konstruktivismus zu Gunsten des Sozialistischen Realismus abgelöst.

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