Paul Klee: Von Farbkugeln zu magischen Quadraten

„Gut malen ist einfach folgendes: richtige Farbe an richtigen Ort setzen.“

paul_klee_statisch_dynamsiche_steigerung_1923

Paul Klee, Statisch dynamische Steigerungen, 1923

„Klee gab in seiner zweiten Bauhaus-Vorlesung nicht nur diesen Aphorismus von sich, er verwandelte auch den üblichen Farbkreis in eine Farbkugel. Deren unterer Pol war schwarz, ihr oberer weiß, der Graubereich lag in der Mitte ihrer Achse. Die Kugel konnte so wie eine Orange in Stücke geteilt werden, die alle Regenbogenfarben mitsamt den Zwischentönen umfassten und deren Spektrum von ganz hell (weiß) oben bis zu ganz dunkel (schwarz) unten reichte.

Während der Farbkreis nur eine beschränkte Auswahl von Farbintensitäten ermöglichte, bot die Farbkugel mit ihren Stufungen von Hell und Dunkel eine Vielzahl davon. Klee wandte diese Farben in seinen sogenannten magischen Quadraten an, die er 1921 begann und bis zum Ende seines Lebens malte? … Ganz ähnlich wie bei Klees Farbkugel verteilen sich auch hier und in vielen anderen Werken der Reihe die Farben so, dass dunkle Farben an den Rändern reine und helle Farben in der Mitte umgeben. In diesem Bild ersann Klee eine systematische Bewegung, indem er von dunkeltonig bräunlichen, den sogenannten statischen Quadraten, zu den hellfarbigen fortschritt, die Klee aufgrund der Kontraste, die sie bieten, ‚dynamisch‘ nannte.“

Quelle: Sabine Rewald: „Paul Klee – die Sammlung Berggruen“, Veröffentlichung der Kunsthalle Tübingen, Hrsg. Götz Adriani, Stuttgart, 1989, S. 176

2 Gedanken zu “Paul Klee: Von Farbkugeln zu magischen Quadraten

  1. Hallo Lars,
    mit großem Interesse verfolge ich Ihren Blog, wird doch dadurch mein Kunstverständnis immer noch erweitert.
    Bezüglich der richtigen Farbe am richtigen Ort kann ich mich noch an eine Aufgabe meiner Tochter im ersten Jahr auf dem Gymnasium erinnern, bei der sie auch Wasserfarben willkürlich in einen Kreis auf einem Blatt setzen sollte und ich über die Harmonie, mit der sie das machte, erstaunt war. Das Blatt habe ich heute noch. Ich habe das damals auch versucht – vergessen wir das Ergebnis -:))) Ob Kinder weniger den Kopf einsetzen, mehr die Intuition? Ist Harmonie in uns angelegt?
    Fragegruss in den Morgen, Karin

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    • Hallo Karin,
      schwierige Frage ;-). Ich habe ein Zitat von Josef Albers gefunden, welches mir in diesem Zusammenhang gut gefällt:
      „Ebenso wenig wie das Wissen über Akustik einen Menschen musikalisch macht – weder als Komponist noch als Hörer -, so kann auch kein Farbsystem an sich unsere Sensibilität für Farben steigern.“
      Die Sensibilität für Farben und damit ein Gefühl für Farbharmonie könnte also tatsächlich etwas individuelles sein.
      Hier der Link zu einer pdf-Datei, die einerseits das Zitat beinhaltet und andererseits ein wenig mehr Interessantes zu Farbharmonien darlegt: http://gestaltung.wilhelm-ostwald-schule.de/wp-content/uploads/2008/03/grundlagen-der-farbtheorie.pdf
      Liebe Grüße
      Lars

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