„Gut malen ist einfach folgendes: richtige Farbe an richtigen Ort setzen.“

„Klee gab in seiner zweiten Bauhaus-Vorlesung nicht nur diesen Aphorismus von sich, er verwandelte auch den üblichen Farbkreis in eine Farbkugel. Deren unterer Pol war schwarz, ihr oberer weiß, der Graubereich lag in der Mitte ihrer Achse. Die Kugel konnte so wie eine Orange in Stücke geteilt werden, die alle Regenbogenfarben mitsamt den Zwischentönen umfassten und deren Spektrum von ganz hell (weiß) oben bis zu ganz dunkel (schwarz) unten reichte.
Während der Farbkreis nur eine beschränkte Auswahl von Farbintensitäten ermöglichte, bot die Farbkugel mit ihren Stufungen von Hell und Dunkel eine Vielzahl davon. Klee wandte diese Farben in seinen sogenannten magischen Quadraten an, die er 1921 begann und bis zum Ende seines Lebens malte? … Ganz ähnlich wie bei Klees Farbkugel verteilen sich auch hier und in vielen anderen Werken der Reihe die Farben so, dass dunkle Farben an den Rändern reine und helle Farben in der Mitte umgeben. In diesem Bild ersann Klee eine systematische Bewegung, indem er von dunkeltonig bräunlichen, den sogenannten statischen Quadraten, zu den hellfarbigen fortschritt, die Klee aufgrund der Kontraste, die sie bieten, ‚dynamisch‘ nannte.“
Quelle: Sabine Rewald: „Paul Klee – die Sammlung Berggruen“, Veröffentlichung der Kunsthalle Tübingen, Hrsg. Götz Adriani, Stuttgart, 1989, S. 176
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