Die Ausstellung „Between & Beyond“ in der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne in München widmet sich noch bis zum 29. August 2027 der ästhetischen sowie gesellschaftlichen Raumwahrnehmung.

Exhibition view „Between & Beyond. Interspaces and Transitions in Art since 1960“
Dan Flavin, untitled (to you, Heiner, with admiration and affection), 1973
Fluorescent tubes on plastic modules, green fluorescent light, specimen 2/3
Inv. No. B 999, Acquired in 2016 through a purchase funded by the Art Mentor Foundation Lucerne
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst at the Pinakothek der Moderne Munich
© Estate of Dan Flavin / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Photo: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster
Der Raum bestimmt menschliche Positionen, Bewegungen und Wahrnehmungen. Kunst existiert niemals isoliert, sondern entfaltet ihre Wirkung stets im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung. Die Ausstellung präsentiert Werke von den sechziger Jahren bis in die Gegenwart und untersucht das Beziehungsdreieck aus Kunstwerk, Raum und betrachtender Person.
Seit den sechziger Jahren begreifen Kunstschaffende der Minimal Art den Ausstellungsraum als essenziellen Bestandteil ihrer Arbeiten. Daraus entstehen Installationen, die das Publikum in eine körperliche wie sinnliche Erfahrung einbinden und erst in der direkten Begegnung vor Ort – „in situ“ – ihre volle Bedeutung entfalten.
Dan Flavins Neonlicht-Installation taucht den Raum in farbiges Licht und hebt dessen reale Grenzen visuell auf. Fred Sandbacks begehbare Raumstudien erzeugen mit minimalen Mitteln dynamische Flächen und Volumina, während Mary Miss’ großformatige Bodenarbeiten gedankliche und imaginäre Räume eröffnen.
Der Begriff „between“ beschreibt dabei den Zwischenraum zwischen Objekt und Mensch, während „beyond“ für transzendente Ebenen steht, die durch Licht und Schatten erfahrbar werden.
Auch die Malerei bricht seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs radikal mit traditionellen Begrenzungen. Lucio Fontana zerschneidet Leinwände, um den Bildraum zu erweitern. Ida Applebroog setzt Bildträger zusammen und legt beklemmende Schnittstellen zwischen Privatem und Öffentlichem offen. Imi Knoebel schafft Schattenräume für Verdrängtes, und Sean Scully lässt die Ränder seiner monumentalen Gemälde verschwimmen.
Jüngere Generationen führen diese Erweiterung fort: Monika Baer hinterfragt gewohnte Sehweisen durch subtile Zeichen auf abstrakten Flächen. Klára Hosnedlová verbindet Zwei- und Dreidimensionalität mit ungewöhnlichen Materialien zu einer zeitlosen Fassbarkeit. Zudem erweitern Künstler wie Victor Leguy und Roman Ondak die Debatte um gesellschaftliche Dimensionen, indem sie Schwellenmomente individueller und gemeinschaftlicher Erfahrungen thematisieren.
Mit Werken renommierter Persönlichkeiten wie Joseph Beuys, Donald Judd oder Richard Serra lädt die Schau dazu ein, den Museumsraum neu zu erfahren und Sich-Einzulassen auf Übergänge, Schwebezustände sowie bisher Übersehenes.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Between and Beyond
Viel Spaß in München!
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