Pietro Consagra wird 1920 in Mazara del Vallo in Sizilien geboren, geht in Palermo zur Schule und zieht 1944 nach Rom, um Kunst zu studieren. An der Akademie der Schönen Künste schließt er allerdings sein Studium nicht ab. Er verlässt die Institution, die sich seiner Ansicht nach zu sehr der Vergangenheit zuwendet.
Nach dem Krieg ist Pietro Consagra eines der Gründungsmitglieder der Gruppo Forma 1 und unterzeichnet das Manifest der Gruppe, die die reine Form als Maß aller Dinge in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Überlegungen und Werke stellt – der ästhetische Wert der reinen Form als Abkehr von der Gegenständlichkeit hin zur Abstraktion und noch mehr hin zur konkreten, geometrischen Kunst.

Ab Ende der vierziger Jahre fertigt Pietro Consagra, der vor allem als Bildhauer Erfolge feiert, Bronze und Stahlskulpturen an, die die Frontalität in den Mittelpunkt seiner Kunst rücken. Er will die Skulptur von ihrem dreidimensionalen Charakter befreien. Ein frontales Betrachten einer Skulptur stellte sich für Pietro Consagra als potenzielle Alternative der Rezeption eines dreidimensionalen Kunstwerkes heraus. Es bedeutete für ihn, die Skulptur von ihrem beschwerlichen, historischen Erbe zu befreien, Dreidimensionalität ist für Pietro Consagra in der heutigen Zeit überflüssig. Eine frontale Betrachtung ermöglicht einen neue Erfahrung im Umgang mit Skulpturen: Überlappungen von Materialen, Lücken in der Skulptur und dreidimensionale Collagen ermöglichen einen sofortigen, direkten Dialog und führen zu wesentlichen, neuen Konzepten der Arbeit mit Skulpturen.
Pietro Consagra wird zu einem der bekanntesten und wichtigsten Bildhauer Italiens. Er stellt insgesamt 11 mal auf der Biennale in Venedig aus, wird mit allen möglichen nationalen und internationalen Preisen geehrt und seine Werke finden sich heute in einer Vielzahl von Ländern und Museen.
Viele weitere Information (leider nur in englischer und italienischer Sprache) im Webauftritt des Künstlers: Pietro Consagra
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