Friedrich Vordemberge-Gildewart – kunst.konkret.konstruktiv

Vorgestern habe ich die kunst.konkret.konstructiv – VG-Stiftung vorgestellt, die versucht das Erbe von Friedrich Vordemberge-Gildewart zu bewahren. Neben der Webseite der Stiftung wurde noch eine außergewöhnliche Webseite eingerichtet, mit einer Vielzahl von Informationen zum Leben und Wirken des De Stijl Künstlers. Hier der Link: VG-Initiative.

Friedrich Vordemberge-Gildewart wird 1899 in Osnabrück. Um eine Verwechslung mit seinem gleichnamigen und ebenfalls künstlerisch tätigen Cousin Friedrich Vordemberge zu vermeiden, ergänzt er seinen Namen um die Altstadtgasse, in der er aufgewachsen ist. Nach einer Tischlerausbildung studiert er Innenarchitektur, Architektur und Plastik an der technischen Hochschule in Hannover.

Erste künstlerische Arbeiten von Friedrich Vordemberge-Gildewart entstehen Anfang der zwanziger Jahre und ab 1924 engagiert er sich zunehmend auch in kunstpolitischen Bewegungen u.a. als Mitgründer der Gruppe „K-Hannover“, als Mitglied beim „Sturm“-Berlin sowie ab 1925 in der „De Stijl“- Gruppe Amsterdam. 1927 ist Friedrich Vordemberge-Gildewart Mitbegründer der Künstlergruppe „die abstrakten hannover“ als einer Ortsgruppe der „Internationalen Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten“. 1932 wird er schließlich Mitglied der Künstlergruppe „Abstraction – Creation“, die von Naum Gabo, Antoine Pevsner, Auguste Herbin, Theo van Doesburg und George Vantongerloo in Paris gegründet worden war. Zeitgleich beginnt eine rege Ausstellungstätigkeit. Friedrich Vordemberge-Gildewart nimmt an einer Vielzahl großer internationalen Kunstausstellungen, die ihn in den nächsten Jahren zunächst in Europa und dann auch in den USA und Südamerika bekannt machen.

Friedrich Vordemberge-Gildewart, Anonymous (photographer), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Mit dem Machantritt der Nationalsozialisten gilt die Kunst Friedrich Vordemberge-Gildewarts als „entartet“. Er emigriert mit seiner jüdischen Frau nach Amsterdam, überlebte die schwierigen Jahre des deutschen Besetzung der Niederlande und prekären Verhtälnissen und nimmt die niederländische Staatsangehörigkeit an.

Nach dem 2. Weltkrieg gehört er neben den in der Schweiz aktiv gebliebenen Max Bill und Richard Paul Lohse zu den wenigen Künstlern, die die konstruktiv-konkrete Kunst mit „absolutem“ Anspruch weiterverfolgen. 1955 und 1959 nimmt Friedrich Vordemberge-Gildewart an der documenta I und II in Kassel teil. 1954 schließlich erhält er einen Ruf an die in der Bauhaustradition u.a. von Max Bill mitbegründete Hochschule für Gestaltung in Ulm, wo er bis zu seinem Tod 1962 als Dozent für „visuelle und kommunikative Gestaltung“ tätig ist.

Quelle dieser Einführung und viele, viele Informationen mehr zum Leben und Wirken des Künstlers auf den toll gestalteten Webseiten der VG-Initiative. Viel Spaß beim Stöbern! Und wer beim Stöbern Lust bekommt, mitzumachen: hier ein Link zu den Möglichkeite, die Initiative zu unterstützen: Mitmachen!

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