Władysław Strzemiński und der Unismus

Władysław Strzemiński leistet mit der Theorie des sogenannten Unismus einen wegweisenden Beitrag zur Kunst der Avantgarde. Er formulierte die Theorie zunächst 1927 für die Malerei und erweiterte ihre theoretische Anwendung in den Jahren 1931-1933 auf Skulptur, Architektur und Typografie. 
Das grundlegende Prinzip des Unismus, dass sich somit auf fast alle Formen des künstlerischen Ausdrucks bezieht, war das Erfordernis der „Einheit zwischen dem Kunstwerk und dem Ort seiner Entstehung“. In der Malerei bedeutete dies, die vollständige Autonomie des Gemäldes als flaches Viereck zu betonen, das durch einen Rahmen definiert und somit von seiner Umgebung getrennt und somit vollständig in sich selbst eingeschlossen ist. Unismus als die ‚absolute Objektivität des Kunstwerkes“

„Die Grundlage des Unismus war das Prinzip der vollständigen Einheit von Gemälden, welche auf Gesetzen beruht, die sich ausschließlich auf die Gemälde bezogen – Gemälde, die optische Einheiten darstellen, denen alle Kontraste entzogen sind. Władysław Strzeminskis Erkundungen zur vollständigen Integration der Oberfläche des Gemäldes,  durch Eliminierung jeglicher Formen von Dynamik oder Illusion von Raum, spiegeln sich in den post-suprematistischen Kompositionen der 1920er Jahre wider; abstrakte Arbeiten, bei denen das Gleichgewicht durch angemessene Verteilung organischer Formen und die gegenseitigen Beziehungen zwischen Farben sichergestellt werden. Weitere Versuche, Formen und Hintergrund zu einem organischen, statischen Ganzen zu verschmelzen, führen zu einer Einschränkung des Farbbereichs und zur Kombination von Farben gleicher Intensität.

Władysław Strzemiński, Unist Composition 14, 1914
(c) gemeinfrei

Dieses Prinzip der Einheit manifestierte sich auch in einer Reihe von Architekturkompositionen aus den Jahren 1926-1930. In diesen hat Władysław Strzeminski ein auf der goldenen Teilung basierendes Proportionssystem auf die Größe der Leinwand und auf die geometrischen Elemente in der Komposition angewendet. In seinen reifen Werken der 1930er Jahre erreichte der Künstler ein gewisses Maß an optischer Homogenität, indem er monochromatische Farben aufträgt und streng aus hervorstehenden, strukturellen Elementen zusammensetzt, die in einheitlichen, sich wiederholenden Mustern angeordnet sind. 
Der zentrale Teil dieser Leinwand ist mit den größten Formen gefüllt, die die Augen des Betrachters anziehen. Die Wahrnehmung umfasst allmählich größere Teile der Leinwand, die mit abstrakten Formen bedeckt sind, deren Größe abnimmt, wenn sich das Auge dem Rahmen des Gemäldes nähert.“

Quelle dieser Einführung in den Unismus und das Werk sowie jede Menge weiterer Informationen auf den englischsprachigen Webseiten des polnischen Adam Mickiewicz Institute: Władysław Strzeminskis  

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