Imre Bak, IPARTERV und die Budapester Werkstatt

Imre Bak ist einer der Vorreiter der modernen Kunst und ganz besonders der konkreten Kunst in Ungarn. Er ist an der Gründung und Entwicklung zweier führender ungarischer neo-avantgardistischer Gruppen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligt gewesen. Zunächst an der IPARTERV Bewegung und anschließend an der sogenannten Budapester Werkstatt (Budapesti műhely).

Ende der sechziger Jahre organisiert der Kunsthistoriker Péter Sinkovits die für eine gesamte Generation ungarischer Künstler prägenden Ausstellungen „Iparterv I.“ und „Iparterv II. Die im damals staatlichen Industriegebäude-Planungsbüro (Ipari Épülettervező Vállalat, kurz: IPARTERV) präsentierten Ausstellungen dauerten nur wenige Tage. Die staatliche Zensur umgehend, sind es die Mitglieder dieser losen Künstlergruppe, die es als erste schafften, mit einer gemeinsamen Veranstaltung die strengen Strukturen der sozialistischen Kulturpolitik zu durchbrechen. Die experimentellen und progressiven Werke der Ausstellungen symbolisieren damit einen Wendepunkt in der ungarischen modernen Kunstgeschichte. Imre Bak nimmt an diesen Ausstellungen teil.

Die Budapester Werkstatt (Budapesti műhely), gegründet 1971 von Imre Bak, János Fajó und István Nádler, ist zwischen 1971 und 1988 die wichtigste neo-avantgardistische Künstlergruppe in Ungarn.

Als Teil der genannten Gruppen junger, ungarischer zeitgenössischer Künstler entfernt sich Imre Bak von den tristen Braun- und Grautönen des ungarischen Realismus und lässt sich stark von den Farben des Impressionismus und den Formen des Kubismus inspirieren.

Imre Bak, Unexpected, 2013
Quelle: Elizabeth Dee New York and acb Gallery

Zunehmend fühlt er sich von der geometrischen Abstraktion, der Farbfeldmalerei und der Hard Edge Malerei angezogen. Inspiriert von den Konkreten Künstlern aus Schweiz und Deutschland, den Op-Art Künstlern und den Vertretern von geometrischen Abstraktion und Pop-Art konzentriert sich Imre Bak auf nicht-figurative Malerei und erkundete in seinen Arbeiten sowohl starke, reine Farben als auch streng strukturierte, scharfe Formen und Linien. Durch die Verschmelzung der universellen Symbolik der europäischen und mittelamerikanischen Kultur mit einigen Lehren aus der Konzeptkunst schafft Imre Bak in seinen Werken aus den 1970er Jahren eine einzigartige Form der emblematischen Darstellungen, die in weit über die Grenzen Ungarn hinaus bekannt machen.

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