Roberto Barni – ein Wanderer zwischen den Welten

Roberto Barni ist der erste italienische Maler und Bildhauer, den ich in meiner Vorstellung moderner Künstler der italienischen Kulturhauptstadt 2017 – Pistoia -, präsentieren möchte. Der Mitbegründer der Schule von Pistoia ist in seinen jungen Jahren beeinflusst vom Expressionismus und speziell vom Fauvismus Der Fauvismus ist eine frühen Kunstbewegung der französischen Avantgarde, deren Hauptvertreter Henry Matisse ist. Typisch für fauvistische Werke sind reine, leuchtenden Farben, aufgetragen in bunten Farbflächen, die abgebildeten Gegenstände vereinfachen.

Robert Barni, Passi d’oro
Koosg (Koos de Geest)Passi d’oro; IJsselkade te Doesburg, zugeschnitten von ArteConcreta, CC BY-SA 3.0

Nach einer kurzen informellen Pause näherte Robert Barni sich in den frühen sechziger Jahren einer neuen objektiven Vision der Realität und es entstehen figurative Werke. 1963 gründete er, wie bereits erwähnt, die Schule von Pistoia und befasst sich mit der Pop-Art. Trotz seiner Auseinandersetzung mit der Pop-Art setzt Robert Barni auch seine ironische, figurative Forschung über Mensch und Tier fort und hinterfragt den Sinn von Kunst in Vergangenheit und Gegenwart:

„Ein Wanderer zwischen den Welten. Der italienische Maler und Bildhauer Roberto Barni schaut mit seinen Kunstwerken ironisch in eine Welt, die ihre Vergangenheit in Museen bewahrt und sich doch gleichzeitig in der Gegenwart zerstört.

Seine Werke versuchen eine Balance zu halten zwischen dieser Ironie und Melancholie. In seinen Skulpturen steht ein Baum für alle Wälder, ein Hirsch für die Fauna, ein Mensch für alle Völker. Und so wie die Erde sich dreht, findet man auch zu Barnis Werken von allen Seiten Zugang. Es gibt kein oben, unten, kein falsch, sondern nur verschiedene Wege der Betrachtung.

Die Figuren in seinem Werk balancieren fragil aufeinander, stehen sich schaukelnd gegenüber, sitzen in einem Boot, stehen auf Messers Schneide oder einer trägt die Last des anderen. In Barnis Schöpfungsgeschichte sind die Protagonisten aufeinander angewiesen, ohne unselbständig zu sein, reflektieren und regen Reflektion an. Mit einem faszinierenden Zeichen-Vokabular sind sie Barnis stilles Bekenntnis, das nur die Kunst zu neuen Welten führt.“

Quelle: Katja Wiehagen, Pressetext der Raab-Galerie, Berlin, online unter www.raab-galerie.de , aufgerufen am 12.06.2019

Eine ganze Reihe von Werken findet sich bei Artsy: Robert Barni

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