Otto Dix: „Es gilt die Dinge zu sehen, wie sie sind!“

Nochmal ein kurzer Abstecher zur Neuen Sachlichkeit. Ich habe eine lesenswerten Artikel gefunden, der zur Einführung in die Neue Sachlichkeit vorgestern passt:

„Sie reagierten mit ihren Bildern auf das traumatische Erlebnis des Ersten Weltkrieges und eine aus den Fugen geratene Welt: die Künstler der Neuen Sachlichkeit. »Brutalität! Klarheit, die wehtut! Zum Einschlafen gibt’s genügend Musiken! […] Pinsle, was das Zeug hält – fang die rasende Zeit ein …«, forderte George Grosz. Wie zahlreiche Zeitgenossen distanzierte er sich von den vergeistigten Strömungen der Malerei, kritisierte deren »Wolkenwanderungstendenzen« und monierte, dass »deren Anhänger über Kuben und Gotik nachsannen, während die Feldherren mit Blut malten.« Architekten wie Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe strebten nach einer sachlich-schlichten Formensprache und diskutierten die sozialen Aspekte des Neuen Bauens. Fotografen wie Albert Renger-Patzsch und August Sander nutzten die Kamera mit »objektivem, nüchternem Auge«.

Die Maler der Neuen Sachlichkeit »wollten die Dinge ganz nackt, klar sehen, beinahe ohne Kunst«, so Otto Dix, eine der zentralen Figuren der Neuen Sachlichkeit. Ihre Werke zeichneten sich – als Gegenströmung zum Expressionismus – durch eine möglichst wirklichkeitsgetreue, detailgenaue Wiedergabe der Realität aus; ein strenger Bildaufbau, eine überscharfe Zeichnung mit Dominanz der Linie und eine exakte, an altmeisterlicher Malerei orientierte Technik waren dabei ihre stilistischen Kennzeichen. Bevorzugte Genres waren Stillleben, (Groß-)Stadt- und Architekturbilder sowie Porträts, in denen häufig ein moderner Typus Frau auftrat, die emanzipierte »Neue Frau« mit Bubikopf und Zigarette. Eine besondere Faszination übte zudem die Welt der Technik aus.“

Quelle: Hatje Cantz Verlag online, unter: http://www.hatjecantz.de/neue-sachlichkeit-5631-0.html, aufgerufen am 15.05.18

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