Neue Sachlichkeit – Beckmann, Dix und Co.

In wenigen Tagen schließt die große Beckmann Ausstellung in Potsdam (Max Beckmann in Potsdam). Max Beckmann ist neben Otto Dix, Käthe Kollwitz oder Georg Grosz einer der Hauptvertreter der sogenannten ‚Neuen Sachlichkeit‘. Zeit, sich einmal mit dieser sehr deutschen Kunstrichtung zu beschäftigen.

„Die zugehörigen Künstler arbeiten in höchst unterschiedlichen Stilen, beschäftigten sich aber alle mit sozialen und politischen Fragen und griffen die Dekadenz und den Verfall an, die sie in ihrem Land sahen. … Dieses Interesse an der konkreten Wirklichkeit war kein Rückfall in den Naturalismus des 19.Jahrhunderts: Eine Gruppe kritischer Künstler … richtete ihre Aufmerksamkeit absichtsvoll auf die Welt ringsum, nicht als akademische Übung, sondern um gesellschaftliche Missstände zu attackieren. „Neu“ an der Sachlichkeit war diese sozial engagierte Perspektive.

Ausgelöst war diese Haltung durch den Krieg und die Situation in Nachkriegsdeutschland; Hoffnungen auf eine linke Revolution waren enttäuscht worden, und die Weimarer Republik erschien in ihrem Niedergang in die Hyperinflation und der Abhängigkeit von amerikanischen Krediten moralisch und geistig bankrott. In ihren Werken thematisieren die die Künstler der Neuen Sachlichkeit u.a. die Schrecken des Krieges, die verzweifelte Lage der Armen und die Korruption in der Mittel- und Oberschicht. Sie sahen in der Beschäftigung des Kubismus und anderer Avantgarde-Bewegungen mit formalen Fragen nur eine Zeitverschwendung.“

Quelle: Sam Phillips, Neue Sachlichkeit – Moderne Kunst verstehen, Seemann-Verlag, S. 62f.

Logischerweise haben die Künstler der Neuen Sachlichkeit auch wenig Verständnis für die Konstruktivisten, Suprematisten oder Konkreten aufgebracht. Die Neue Sachlichkeit wird übrigens meist in drei separate Strömungen unterteilt: den Verismus, den Klassizismus und den Magischen Realismus. Vielleicht bei Gelegenheit einmal mehr zu diesen Strömungen.

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