Konkrete KünstlerINNEN!

Ein Artikel im Schirn Magazin, dem Magazin der Schirn Kunsthalle Frankfurt (Schirn Frankfurt) zu einer Ausstellung von Künstlerinnen im Jahre 2015 hat mich auf die Idee gebracht, in den kommenden Tagen einmal ganz speziell einige konkrete Künstlerinnen vorzustellen. In allen wesentlichen Konkreten Künstlergruppen waren Frauen mit dabei, allerdings oft nur in zweiter Reihe oder als Ehefrauen von Künstlern. Die Bekanntheit ihrer Ideen und Werke bleibt meist hinter der der männlichen Kollegen zurück. Und dies zu Unrecht!

Hier aber erst einmal der Artikel zur Ausstellung „Die Künstlerinnen des Sturms“, die 2015 in der Schirn Kunsthalle zu sehen war:

„DER STURM war ein Signal zum Aufbruch in die Moderne. Ursprünglich 1910 als Zeitschrift zur Förderung der expressionistischen Kunst gegründet, wurde der Name STURM schnell zum Markenzeichen: Der Herausgeber Herwarth Walden gründete neben der Zeitschrift 1912 die STURM-Galerie in Berlin. Zahlreiche, auch internationale Künstlerinnen wurden dort erstmals in Deutschland präsentiert. DER STURM war Programm, richtete sich gegen gedankliche Schranken, alles Etablierte und gegen die Bürgerlichkeit des Wilhelminismus, und er propagierte eine Freiheit der Künste und Stile.

Als Netzwerk aus Freunden mit ähnlichen Interessen fand im STURM ein intensiver und lebendiger Austausch über die Gedanken, Theorien und Konzepte der Avantgarde statt. …

Zu den bekanntesten Künstlerinnen zählen Sonia Delaunay, Alexandra Exter, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin. Hinzu kommen weitere Künstlerinnen, die heute in der Öffentlichkeit wenig präsent oder weitestgehend unbekannt sind, wie Marthe Donas, Jacoba van Heemskerck, Hilla von Rebay, Lavinia Schulz oder Maria Uhden. …

Für viele Künstlerinnen war DER STURM eine große Chance, waren sie doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts weder vollends gesellschaftlich anerkannt, noch hatten sie uneingeschränkt Zugang zu einer akademischen Ausbildung, die der ihrer männlichen Kollegen gleichwertig gewesen wäre. Genauso unterschiedlich wie die Lebensläufe, die persönlichen Bedingungen und die Rezeption der STURM-Frauen sind auch ihre Werke, die sich stilistisch stark voneinan­der unterscheiden.“

Quelle: Schirn-Kunsthalle Frankfurt, STURM-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910 bis 1932“, vom 02.10.2015, unter SCHIRN-Magazin online: http://www.schirn.de/magazin/kontext/sturm_frauen_kuenstlerinnen/, aufgerufen am 05.04.2018

Nur wenige der Künstlerinnen des STURMs waren bzw. wurden in ihrem späteren Künstlerleben tatsächlich konkrete Künstlerinnen. Viele haben ganz andere Richtungen eingeschlagen. Von einiger Zeit habe ich bereits Gabriele Münter anlässlich der Ausstellung in München schon einmal vorgestellt – bestimmt keine konkrete oder konstruktivistische Künstlerin. Andere haben aber tatsächlich die Konkrete Kunst auch nachhaltig beeinflusst. Und so werde ich übermorgen zunächst über Sonia Delaunay schreiben, dem großen Freigeist der Avantgarde.

Siehe auch:
Gabriele Münter in München

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