Das Museumszentrum Quadrat – Josef Albers Museum in Bottrop zeigt bis zum 11. Oktober Werke von Richard Paul Lohse, einem Hauptvertreter der Konkreten Kunst und Mitglied der Zürcher Schule der Konkreten. Er war schon oft Thema meines Blogs hier (Lohse).

Bereits 1976 widmete ihm das damals neu eröffnete Museum seine erste Einzelausstellung. Mit der aktuellen Retrospektive kehrt Richard Paul Lohses Werk mehr als zwanzig Jahre nach der letzten großen Museumsschau nach Bottrop zurück. Über fünfzig Arbeiten aus fünf Schaffensjahrzehnten zeigen die Entwicklung eines Künstlers, der Farbe, mathematische Ordnung und gesellschaftliche Verantwortung untrennbar miteinander verbindet.
Der Rundgang folgt den wichtigsten Stationen von Richard Paul Lohses internationaler Ausstellungstätigkeit – von Zürich über Amsterdam, São Paulo, Kassel, Venedig und Bottrop bis in die USA. So wird deutlich, wie eng seine künstlerische Entwicklung mit dem internationalen Austausch der konstruktiven Kunst verbunden war.
Ausgehend von frühen, noch vom Konstruktivismus geprägten Kompositionen entwickelt Richard Paul Lohse ab den vierziger Jahren ein streng systematisches Bildkonzept. Quadrate und Rechtecke werden nach klar definierten mathematischen Regeln angeordnet und ermöglichen aus wenigen Grundelementen eine Vielzahl von Variationen. Dabei rückt zunehmend die Farbe selbst in den Mittelpunkt. Rhythmische Farbfolgen erzeugen optische Bewegung und verleihen den geometrisch aufgebauten Bildern eine überraschende Lebendigkeit.
Einen besonderen Einblick bietet die Präsentation zahlreicher Zeichnungen und Entwürfe aus Richard Paul Lohses Atelier. Sie dokumentieren seinen analytischen Arbeitsprozess und zeigen, dass viele Gemälde erst Jahre nach ihrer konzeptionellen Entwicklung ausgeführt wurden. Für Richard Paul Lohse steht das zugrunde liegende System ebenso im Mittelpunkt wie das fertige Werk.
Seine Rasterbilder der siebziger Jahre verdeutlichen schließlich den politischen Anspruch seines Schaffens: Nach dem Prinzip der Gleichwertigkeit besitzt jedes Farbelement denselben Stellenwert. Damit werden die Gemälde zu Modellen einer hierarchiefreien Ordnung und spiegeln Richard Paul Lohses Überzeugung wider, dass Kunst einen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft leisten kann.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke bedeutender Künstlerinnen und Künstler aus der Bottroper Sammlung, darunter Josef Albers, Camille Graeser, Verena Loewensberg, Bridget Riley, François Morellet, Donald Judd und Victor Vasarely. Sie machen Richard Paul Lohses zentrale Rolle innerhalb der internationalen konkreten Kunst und seinen nachhaltigen Einfluss auf die Sammlungsgeschichte des Museums sichtbar.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Richard Paul Lohse
Viel Spaß in Bottrop!
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