Das Museum Ritter – Sammlung Marli Hoppe-Ritter in Waldenbuch ziegt Marguerite Hersberger: Die Ausstellung trägt den Titel „Zwischenräume“ und ist bis zum 27. Setember zu sehen.
Marguerite Hersberger hat über viele Jahre hinweg ein konstruktiv-konkretes Werk geschaffen, das durch eine besondere sinnliche Atmosphäre geprägt ist. Ihre Arbeiten verbinden eine klare, geometrische Formensprache und eine reduzierte, präzise Gestaltung – wie man sie aus der konkreten Kunst oder dem Minimalismus kennt – mit lebendigen, dynamischen Farb- und Formkombinationen. Obwohl sich ihre Werkgruppen deutlich voneinander unterscheiden, bleibt ihre Auseinandersetzung mit dem Raum sowie ihre Vorliebe für das Material Acrylglas konstant. Ihr künstlerisches Schaffen folgt dabei durchgehend festen Prinzipien: der Reduktion auf grundlegende Formen und Strukturen sowie dem bewussten Einsatz von Transparenz, Farbe, Licht und Schatten zur Gestaltung von Raum.

Nach ersten Experimenten mit kleinen, kantigen Acrylprismen, die Licht brechen, begann Hersberger bald, Acrylglas vor allem in Form von Scheiben zu verwenden. Seit den frühen siebziger Jahren entstehen daraus Wandkästen und Bildobjekte mit offener Vorderseite, in denen sie jeweils ein bestimmtes Thema nach eigenen Regeln variiert. In ihren sogenannten Polissagen etwa wird die Oberfläche des Acrylglases durch eine eigens entwickelte Schleiftechnik angeraut, wodurch der Blick ins Innere geheimnisvoll verschleiert wird. Bei den Lichtpinseln hingegen nutzt sie lichtleitende Glasfasern, während sie in den Pliagen das Prinzip des Faltens untersucht. In neueren Werkreihen arbeitet sie sogar mit farbigen Schatten, die wie gemalt erscheinen. Durch das Zusammenspiel von vorderer und hinterer Bildebene entstehen neue Farbkonstellationen. Der Zwischenraum erzeugt dabei schwingende, sich je nach Lichteinfall und Perspektive verändernde Strukturen, wodurch die Grenze zwischen zwei- und dreidimensionaler Wirkung zunehmend aufgelöst wird.
Die Ausstellung präsentiert rund 50 Wandobjekte sowie einige Plastiken und bietet damit einen umfassenden Überblick über Hersbergers künstlerisches Schaffen von den späten sechziger Jahren bis in die Gegenwart. Ein besonderer Höhepunkt ist eine großformatige Wandinstallation, mit der die Künstlerin das Foyer des Museums eindrucksvoll gestaltet.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Marguerite Hersberger. Zwischenräume
Viel Spaß in Waldenbuch!
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