Biennale Venedig 22 – Katharina Fritsch

Die in Wuppertal und Düsseldorf lebende, deutsche Künstlerin Katharina Fritsch wird auf der diesjährigen Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk geehrt. Katharina Fritsch hat bereits 1993 Deutschland auf der Biennale vertreten. Auf der diesjährigen Biennale wird ihr Werk Elephant/Elefant gezeigt – ähnlich wie der Blaue Hahn auf dem Trafalger Square in London- eine überdimensionale Tierskulptur.

Close up of Hahn/Cock, Trafalgar Square by Robin Sones, Close up of Hahn-Cock, Trafalgar Square – geograph.org.uk – 3598876CC BY-SA 2.0

Seit 1979 arbeitet Katharina Fritsch an großen, seltsam skalierte Skulpturen in kräftigen Farbtönen, die ihrer Meinung nach eher als dreidimensionale Bilder gesehen werden sollten. Heilige, Ratten, Architekturmodelle, Muscheln, Schlangen, Regenschirme, menschliche Figuren, Frösche und Gegenstände des täglichen Lebens bevölkern ihre künstlerische Welt: ein Ort, an dem realistische Details und verwirrende immaterielle Oberflächen die Grenzen zwischen Gewöhnlichem und Gewöhnlichem auflösen unheimlich, was ein Gefühl der Überraschung und des Erstaunens hervorruft.
Viele der Werke werden als Multiples hergestellt, einige werden jedoch als singuläre Großskulpturen geschaffen, wie Elefant / Elephant (1987) und Rattenkönig (1993). Meistens erhalten die Stücke ein monochromes oder zweifarbiges Farbschema, das in einer glatten Anwendung ausgeführt wird, um den Anschein eines technischen Prozesses zu vermeiden, der eher im Licht eines religiösen Bemühens als einer technisch tugendhaften Suche gesehen werden kann. Typischerweise wird jede Arbeit zuerst von Hand geformt, gegossen und überarbeitet, dann erneut in einem ausgewählten Material gegossen und schließlich mit einer matten Farbe veredelt. Ihre Skulpturen behalten einen formalen Naturalismus bei, der durch die Lichtabsorption der Farbe verfremdet wird, was der Skulptur ihre verwirrende immaterielle Qualität verleiht. Katharina Fritschs realistische Skulpturen lösen die Grenzen zwischen Gewöhnlichem und Unheimlichem auf, wecken unsere tief verwurzelten Träume und Albträume und wecken Kindheitserinnerungen an religiöse Erzählungen, Fabeln und Mythen.

Quelle dieser Einführung in das Werk der Künstlerin sind die Laudatio zur Ehrung mit dem Goldenen Löwen sowie die Künstlerseite der Biennale: Biennale Venedig – Katharina Fritsch. Jede Menge weitere Informationen über die Künstlerin und Fotos vieler ihrer Werke auf den Webseiten der Galerie Matthew Marks: Katharina Fritsch

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