Brice Marden – zwischen Minimalismus und Hard Edge

Brice Marden gehört zu den weithin bekanntesten, lebenden US-amerikanischen Künstlern der Gegenwart. Seine Werke sind nicht einem Stil zuzuordnen: zunächst der Farbfeldmalerei und dem Hard Edge zugewandt, fließen später minimalistische Elemente in sein Werk ein.

Nach seinem Studium der Malerei an der Boston University und in Yale zieht Brice Marden 1963 nach New York. Dort beginnt er eine Werkreihe von monochromen Gemälde mit langen horizontale Leinwände, verbunden zu Diptychen oder Triptychen, die mit verschiedenen Grauschattierungen in Farbfeldern bemalt sind. Die samtige Oberfläche der Gemälde, für die er bekannt wird, entsteht durch die Aufbringung von vielen Schichten Ölfarbe, vermischt mit Wachs. Erst in den siebziger Jahren – auch beeinflusst durch einen längeren Aufenthalt in Griechenland – beginnen die Farbfelder der Monochrome tatsächlich farbig zu werden. Sie sollen die Farben und Charakteristika der griechischen Landschaft mit abbilden. .

Brice Marden, Cogitatio, 1978
Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Nach einer Asienreise in 1983 nimmt eine zweite bedeutende Werkreihe ihren Anfang, die stark von der traditionellen, asiatischen Kalligrafie beeinflusst ist. Diese gestischen Gemälde, die Brice Marden in der Folge anfertigt, beinhalten gewundene Pinselstriche, die er auf weiße Leinwände malt. Die Gemälde sind von der asiatischen Kalligraphie und den asiatischen Schriftzeichen beeinflusst, haben aber keine festgelegte Bedeutung – sind also nicht zu lesen. Seit 2000 kombiniert er die Kalligrafie mit lebendigen Monochromen in großformatigen Gemälden.

Übrigens gehört das oben gezeigte Bild ‚Cogitation‘ zur Serie Annunciations von fünf gleichformatigen Bildern des US-Amerianers mit den lateinischen Titeln: „Conturbatio (Aufregung), Cogitatio (Nachdenken), Interrogatio (Nachfragen), Humiliatio (Unterwerfung), Meritatio (Verdienst der Maria). Sie beziehen sich auf die seelischen Zustände der Jungfrau Maria während der Verkündigung, von denen in einem Traktat aus dem 15. Jahrhundert von Fra Roberto Caracciolo di Lecce berichtet wird.“ Eines dieser Bilder – Humiliatio (Unterwerfung) – befindet sich im Besitz des Museum Ludwig in Köln und wurde gerade umfassend restauriert. Ein interessanter Blogbeitrag – auch Quelle dieses Zitates – beschreibt die Restaurierung: Humiliatio

Jede Menge Fotos der Werke des Künstlers bei WikiArt: Brice Marden

In den kommenden Tagen mehr zu Brice Marden!

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