Exat 51 Manifest

Das Manifest der 1951 gegründeten, jugoslawischen Künstlergruppe Exat 51 (der Name Exat 51 steht für Experimental Atelier, gefolgt von dem Gründungsjahr 1951) lässt sich in fünf Hauptanliegen der Architekten und Künstler zusammenfassen: zunächst ist es das Ansinnen der Gruppe, eine Kunst zu erzeugen, die die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse ihrer Umgebung widerspiegelt. Die Gruppe orientiert sich dabei an den Methoden und Prinzipien der abstrakten Kunst und will die Kunst im zeitgenössischen Kontext von Zeit und Raum kreieren. Die Gruppenmitglieder lehnen die alten Konzepte der bildenden Kunst ab und widmet sich dem Experimentieren mit dem Ziel, eine Synthese aller bildenden Künste zu erreichen. Schlussendlich sehen die Gruppenmitglieder von Exat 51 ihre eigene Arbeit als Ergebnis und als Beitrag zu einer pluralistischen Kultur.

Ivan Picelj, grafička mapa 8 serigrafija (185/200), Zagreb: Kultura 1957.; Grafička zbirka Nacionalne i sveučilišne knjižnice u Zagrebu, https://hr.wikipedia.org/w/index.php?curid=495252

Hier das Übersetzte Manifest:

Die Gruppe Exat 51 …

– … sieht keinen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Rahmen der künstlerischen Orientierung und dem räumlichen Konzept, das auf den Beziehungen zwischen Produktionsstandards und gesellschaftlichen Verhältnissen beruht

– sieht keinen Unterschied zwischen der sogenannten reinen und der sogenannten angewandten Kunst; die Gruppe ist vielmehr der Ansicht, dass die Produktionsmethoden und -prinzipien der nicht-figurativen oder sogenannten abstrakten Kunst kein Ausdruck dekadenter Bestrebungen sind, im Gegenteil, die Gruppe sieht Möglichkeiten, unser Feld der visuellen Kommunikation durch das Studium dieser Methoden und Prinzipien zu entwickeln und zu bereichern.

– die Aktivitäten der Gruppe werden im gegenwärtigen Moment in Zeit und Raum realisiert, wobei ihre Ausgangs- und Orientierungsposition die unserer eigenen plastischen Bedürfnisse und Möglichkeiten ist

– In Bezug auf das Verständnis unserer Realität als Streben nach Realität in allen Bereichen menschlichen Handelns sieht die Gruppe die Notwendigkeit, die verbleibenden Verständnisse und Produktionen innerhalb der bildenden Kunst zu bekämpfen; schließlich ist ihr Endziel erstens die Ausrichtung auf eine Synthese aller bildenden Künste, und zweitens die experimentelle Gestaltung unserer Produktion, da es ohne Experimente keinen kreativen Fortschritt in der bildenden Kunst geben kann

– die Gruppe betrachtet ihre Gründung und ihre Zusammenarbeit als praktisches, positives Ergebnis der „Entwicklung einer Kultur der gegensätzlichen Meinungen“, die eine notwendige Voraussetzung für die Belebung des Kunstlebens ist.

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