Moderne Kunst in Argentinien – zweiter Anlauf

Ähnlich wie Emilio Pettouri 1924 mit seinen Werke in Buenos Aires auf Unverständnis bei Kunstkritikern und Publikum stößt, als er erstmals in Argentinien moderne Kunst ausstellt, ergeht es einige Jahre später Juan Del Prete. Sind es bei Emilio Pettouri hauptsächlich kubistische Werke, die Kopfschütteln verursachen, so sind es bei dem geborenen Italiener Juan del Prete seine modernen Skulpturen und Collagen. Aber der Reihe nach:

Juan del Prete lebt für einige Jahre in Paris. Dort kommt er mit einer Reihe von modernen Künstlern in Kontakt und lernt den Kubismus und Fauvismus kennen (Der Fauvismus ist wohl der erste Kunststil, der zur klassischen Moderne zählt; ist mehr oder weniger eine Weiterentwicklung des Impressionismus und ist verwandt mit dem Expressionismus). Er schließt sich der Vereinigung Abstraction-Création an, die von einer Gruppe von abstrakten Künstlern 1931 ins Leben gerufen wird, darunter Barbara Hepworth, Robert Delaunay, Kurt Schwitters, Max Bill, Piet Mondrian, Laszlo Moholy Nagy, Theo van Doesburg, Georges Vantongerloo und Friedrich Vordemberge-Gildewart, mit denen er seine Werke ausstellt. Zwei seiner Collagen, mit unregelmäßige Formen ausgearbeitet, werden im Jahr 1933 in der Zeitschrift Abstraction Création art non figuratif reproduziert.

Juan del Prete (1897-1987)
(c) gemeinfrei

1933 kehrt Juan del Prete zurück nach Buenos Aires. Dort stellt er mit anderen Künstler seine Werke bei den Amigos del Arte aus. Ohne Erfolg! Diese Ausstellung ist übrigens die erste nicht-figurative Kunstausstellung in Argentinien. In einer weiteren Ausstellung zeigt Juan del Prete abstrakte Skulpturen aus Draht und Eisenplatten sowie aus geschnitztem Gips – auch ohne Erfolg. Und auch die Collagen stoßen nicht auf positive Resonanz.
Trotzdem oder gerade deswegen arbeitet Juan del Prete weiter an seiner nicht figurativen Kunst ohne jedoch ganz die gegenständliche Abstraktion aufzugeben. In den dreißiger und vierziger Jahren überwindet er die harten geometrischen Formen. Er arbeitete mehr und mehr mit organischen Formen und Gebilden – immer zwischen konkreter und abstrakter Kunst.
In den fünfziger Jahren schließlich setzt er sich durch und wird zum gefragten Künstler in Argentinien und darüber hinaus. Er stellt mehrfach bei der Biennale in Sao Paulo aus. 1961 findet die erste Retrospektive in Buenos Aires statt. Juan del Prete wird zu einem der wichtigsten konkreten und modernen Künstler Argentiniens.

Eine ganze Reihe seiner Werke werden sind in einer pdf-Präsentation hier zu finden: Juan del Prete; eine ausführliche Biografie in englischer Sprache bei Bethshook: Juan del Prete

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