Josef Albers und die Minimal Art

1933 übersiedeln Josef und Anni Albers nach USA. Josef Albers ist dort bis Ende der vierziger Jahr als Lehrer am Black Mountain Institut in North Carolina tätig und beeinflusst durch seine Lehre und seine Werke die moderne amerikanische Kunst nachhaltig. Die große Werkserie „Homage to the Square“ bringt Josef Albers, der bis dahin vor allem als heraus­ragender Pädagoge am Bauhaus und am amerikanischen Black Mountain College gegolten hat, die lang vermisste Anerkennung als eigenständiger Künstler.

Josef Albers am Black Mountain College
Von Beaumont Newhall – BMCRP_VM_Bx89_NewhallB_ClassesFuller_3w–Sum1948, No restrictions, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54918615

„Bei äußerster formaler Konzentration und unter Vermeidung jeder ausgeprägten persönlichen Handschrift ist „Homage to the Square“ vor allem eine Feier der Farbe und deren unabsehbarer Ausdrucksmöglichkeiten. Farbe hat bei Albers eine schwankende Identität, die sich mit jeder Veränderung ihres Kontexts neu ausbildet. Dabei ist es der Betrachter, der mit seinem intensiven Sehen das im Gemälde angelegte Potenzial lebendig werden lässt. Überhaupt richtet sich Albers’ Kunst an einen aktiven Betrachter. Seine Gemälde sind wie eine Schule des Sehens, in der wir die Paradoxien unserer Wahrnehmung und dadurch die Brüchigkeit unserer Position in der Welt entdecken. Mit diesem Bildprogramm und dem dahinterstehenden Ethos war Albers ein wichtiger Wegbereiter der amerikanischen Kunst seit 1960. Er war es, der einer Generation damals junger Künstler, die heute unter dem Begriff der Minimal Art zusammengefasst werden, aufzeigte, wie eine künstlerische Sprache jenseits der existentiell geprägten Ausdrucksemphase des Abstrakten Expressionismus aussehen könnte, mit dem die amerikanische Kunst in der vorangegangenen Dekade endgültig aus dem Schatten Europas herausgetreten war. Das Beispiel, das Albers mit seiner Kunst gab, ist unverkennbar, wenn wir etwa auf das Werk von Donald Judd, Frank Stella, Sol LeWitt, Agnes Martin und auch Ad Reinhardt blicken.“

Quelle: Heinz Liesbrock, „Josef Albers in Mexiko“, Kultur Stiftung der Länder Online, unter: http://www.kulturstiftung.de/josef-albers-in-mexiko/ aufgerufen am 12.03.2018

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