Leon Tarasewicz, seine Hühner und seine Heimat Podlachien

Leon Tarasewicz – vorgestern hier vorgestellt – ist nicht nur einer der bekanntesten Künstler in Polen, sondern auch begeisterter Hühnersammler und eng verbunden mit seiner Heimat im Nordosten Polens, der Woiwodschaft Podlachien. Über den Naturbezug seiner Werke habe ich vorgestern geschrieben. Neben den bekannten Baumdarstellungen hat er auch das offizielle Logo der Woiwodschaft Podlachien entworfen: ein Wisent als buntes Mosaik, wobei die verschiedenen Farben des Wisent die verschiedenen Volksgruppen Podlachiens repräsentieren sollen.

Logo der Woiwodschaft Potlachien – entworfen von Leon Tarasewicz

Im Geo-Magazin habe vor geraumer Zeit ein Artikel über Podlachien und den Künstler mit der besonderen Heimatverbundenheit gefunden. Hier ein kleiner Auszug des empfehlenswerten Artikels:

„Neben der Kunst hegt Tarasewicz eine Leidenschaft für Federvieh aus aller Welt, er sammelt Hühner, wie jene seltene javanische Rasse mit schwarzen Federn und schwarzem Fleisch, die er seinem Besucher stolz vorführte. „Ich besuchte ihn an einem kühlen Morgen mit tiefblauem Himmel“, erinnert sich Tomaszewski an die Begegnung. Hinter dem Haus des Professors schimmerten zwei Teiche in der Sonne, auf einem paddelten zwei Schwäne. Schwarze Schwäne, wie sie der Gast noch nie gesehen hatte. „Das sind meine Freunde“, rief der Vogel-Enthusiast und stieg in Anzug und Schuhen bis zur Brust ins Wasser. Als wäre dies eine Traumszene, schwamm einer der Schwäne herbei und legte seinen Hals um den von Tarasewicz. „Ich war zu perplex, um meine Kamera zu holen“, hadert Tomaszewski bis heute und porträtierte den wieder trockenen Künstler mit seinen Hühnern. „Ich mochte die Leute in Podlachien mit jeder Begegnung lieber“, sagt der Fotograf. „Sie leben ein anderes Leben als sonst wo im Lande, traditionsbewusster und doch weltoffen.“ Der Lebensstandard im Vierländereck liegt im Vergleich zu Europa allerdings extrem zurück: Das Pro-Kopf-Einkommen in der Woiwodschaft mit ihren knapp zwei Millionen Einwohnern erreicht gerade ein Drittel des Durchschnitts in Deutschland. Ein wenig Holzwirtschaft, Molkereien, eine Werft für Jachten und ein Traktorenwerk, viel mehr Industrie gibt es nicht. Podlachien war immer Grenzgebiet, heute als Außengrenze der EU zu Weißrussland und der russischen Exklave Kaliningrad.“

Quelle: Michael Friedrich, „Alle mal herkommen“, Geo Magazin online vom 22.07.2014, online unter: https://www.geo.de/reisen/reiseziele; aufgerufen am 20.09.2020

Vielleicht einmal eine Reise wert 😉

Ein Gedanke zu “Leon Tarasewicz, seine Hühner und seine Heimat Podlachien

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