Die russische Avantgarde

Ohne die Leistungen der russischen Avantgarde des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts sähe die Kunstwelt heute anders aus. Die russische Avantgarde ist eine der erstaunlichsten intellektuellen und schöpferischen Bewegungen in der Kunstgeschichte und ihre Bedeutung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ohne die Avantgarde wäre wohl weder der Konstruktivismus noch der der Suprematismus weltbekannt geworden; ohne die Leistungen der Avantgarde wären De Stijl und die Konkrete Kunst in der Nachfolge einen anderen Weg gegangen.

Natalia Goncharova, Radfahrer, 1913,
(c) gemeinfrei

„Von etwa 1905 bis in die 20er Jahre zeigte die russische Kunst eine außergewöhnlich komplexe, von kreativer und intellektueller Energie getriebene Entwicklung. Diese Spannbreite eröffneten der Impressionismus und Symbolismus zu Beginn des Jahrhunderts, es folgten Neo-Primitivismus, Kubo-Futurismus und Abstrakter Expressionismus, Rayonismus, Suprematismuas und Konstruktivismus bis hin zur Analytischen Kunst. Die herausragendsten Vertreter dieser facettenreichen, zeitlich dichten Entwicklung hinsichtlich der Malerei sind Natalia Goncharowa, Wassily Kandinsky, Michail Larionow, Kasimir Malewitsch, Michael Matjuschin und El Lissitzky. …

Die russischen Kaufleute und Sammler Sergei Schtschukin und Iwan Morosow waren die ersten, die die neuen Kunstströmungen förderten. Bereits 1904 öffnete Schtschukin in Moskau eine Sammlung aktueller Kunst für die Öffentlichkeit. “ Die Ausstellungen dieser neuen Kunstströmungen – allen voran Werke der französischen Avantgarde – der beiden russischen Sammler haben die russischen Künstler tief beeindruckend und deren Kunst vor der Revolution nachhaltig beeinflusst. Später beeinflusst dann noch der italienische Futurismus die russische Avantgarde, insbesondere die Künstler des Kubo-Futurismus, die entweder wiederum eng verbunden mit den Suprematisten sind oder selbst zu Suprematisten werden.

Zu diesem Zusammenspiel der französischen, italienischen und russischen Avantgarde in den kommenden Tagen einmal mehr.

Quelle: Dorothea Eimert, „Kunst und Architektur des 20. Jahrhunderts‘, Parkstone International, S. 77ff.

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