Von amerikanischer und europäischer, moderner Kunst

Die moderne Kunst in den USA wird 90 Jahre alt! Zwar hat bis zu den Nachkriegsjahren hat die us-amerikanische, moderne Kunst eigentlich nur eine untergeordnete Rolle im weltweiten Kunstgeschehen gespielt und erst in den fünfziger und sechziger Jahre haben  europäische und die us-amerikanische Kunst unterschiedliche Richtungen eingeschlagen – in den USA kommen in diesen Jahren erstmals Kunststile auf, die es in Europa so nicht gibt, wie beispielsweise der Abstrakte Expressionismus oder die Minimal Art -, so ist doch 1929 ein besonderes Jahr für die us-amerikanische Kunst:

1929 wird das Museum of Modern Art in New York (MOMA New York) eröffnet – so etwas wie der Startschuss für die moderne Kunst in den USA. In diesem Museum finden dann eine Reihe hochkarätiger Ausstellungen europäischer Künstler statt, die den US-Amerikanern die ungegenständliche Kunst Europas nahebringen. 1936 wird schließlich die Vereinigung der American Abstract Artists gegründet, in der viele Künstler, die Europa im Wirrwarr des Kriegs verlassen, aufgenommen werden  allen voran beispielsweise Piet Mondrian, Josef Albers oder Fritz Glarner.

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„Während sich Ad Reinhardt, ebenfalls ein Mitglied, in eine Traditionslinie mit der europäischen Moderne stellte und mit seinen von Formen und Farben immer mehr entleerten Bildern, die er „letzte Bilder“ nannte, die Geschichte der Malerei für abgeschlossen erklärte, versuchten andere Abstrakte Expressionisten wie Barnett Newman, Jackson Pollock‚ Mark Rothko und Clyfford Still, sich von Europa zu emanzipieren. Tatsächlich gelang es ihnen, die Malerei der Moderne mit einer Überwältigungsstrategie noch einmal zu radikalisieren, indem sie den Betrachter mit riesigen Farbfeldern konfrontierten. Ihre subjektiven malerischen Gesten, die metaphysischen Assoziationen ihrer Bilder kann man auch als Gegenreaktion auf die „geometric abstraction“ verstehen, wie die konstruktiven und konkreten Tendenzen in den USA genannt wurden. Und doch waren gerade Künstler wie Pollock und Newman wichtige Bezugspunkte für die spätere Minimal Art, weil sie sich weniger für bildinterne Kompositionsgesetze interessierten als vielmehr für die Materialität der Farbe, für das Ganze und damit auch für die Objekthaftigkeit ihrer Werke.“

Quelle: Markus Zehentbauer: „Ever heard of Concrete Art? Ein Besuch bei den Verwandten in den Amerika“, in: Die Idee Konkret, hrsg. von Tobias Hoffmann, Museum für konkrete Kunst Ingolstadt, Wienand Verlag, Köln, S. 79f.

Hier noch der Link zur Webseite der Vereinigung der American Abstract Artists

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