Lateinamerikanische Kunst: Von figurative-realistisch zu geometrisch-konkret

Die Entwicklung der modernen Kunst in Venezuela und ganz Lateinamerika beginnt Mitte der dreißiger Jahre. Schritt für Schritt wird der vorherrschend figuartiv-realistische Stil – oft auch mit Elementen der naiven Malerei versehen und oft an den Sozialistischen Realismus angelehnt – durch ein zunehmende Abstraktion in der Kunst abgelöst. Besonders geometrisch-konkret arbeitende Künstler nehmen in der öffentlichen Wahrnehmung wichtige Stellungen in den Kunstszenen der einzelnen Länder ein und erlangen oft Weltruf.

Hier ein Artikel des Haus Konstruktiv zur Entwicklung der modernen Kunst in Lateinamerika anlässlich einer Ausstellung vor einigen Jahren:

„Die Abstraktion als eine Richtung moderner Kunst erreichte Lateinamerika 1934, als Joaquín Torres-García aus Europa nach Uruguay zurückkehrte und dort La Escuela del Sur (Die Schule des Südens) gründete. Doch erst mit der voranschreitenden Modernisierung Lateinamerikas in den 1940er und 1950er Jahren konnte die geometrische Abstraktion in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Uruguay und Venezuela, um nur die wichtigsten zu nennen, weiträumig Fuß fassen. – Eine Reihe moderner Kunstbewegungen entstand. Bis dahin definierte sich die kulturelle Identität der Region in erster Linie über eine figurativ-realistische Bildsprache, deren Themen an entscheidende historische Ereignisse erinnerten. So fiel der abstrakten Kunst die doppelte Aufgabe zu, die aufkeimende Modernisierung und Urbanisierung Lateinamerikas zu reflektieren und gleichzeitig alternative Formen des kulturellen Zusammenhalts zu bieten. Die konkret arbeitenden Künstler stellten sich dieser Herausforderung. Sie schufen künstlerische Strukturen, die eine breite Öffentlichkeit erreichen und somit einen prägenden Einfluss auf die kollektiven Sehgewohnheiten ausüben konnten. Sie sahen die Stadt als einen Ort neuer Formen visueller Erfahrung und als einen Schmelztiegel, aus dem die moderne lateinamerikanische Identität hervorgehen sollte.“

Quelle: Haus Konstruktiv online, unter: http://www.hauskonstruktiv.ch/deCH/ausstellungen, aufgerufen am 24.08.18

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