Naum Gabo – ein Pionier des Konstruktivismus

Naum Gabo – eigentlich 1890 als Abramowitsch Pevsner geboren – ist einer der wesentlichen Pioniere der konstruktivistischen Bewegung in Russland. Mit seinem Bruder Antoine Pevsner, ebenfalls bedeutender Konstruktivist, bringt er nach der russischen Revolution die konstruktivisten Ideen in den Westen. Beide sind im Jahre 1931 – zusammen mit Theo van Doesburg, Auguste Herbin und Georges Vantongerloo – Gründungsmitglied der Künstlergruppe Abstraction-Création in Paris.

Übrigens: Abramowith Pevsner hat seinen Namen zu Naum Gabo geändert, um nicht immer mit seinem älteren Bruder Antoine Pevsner verwechselt zu werden. Die Gebrüder entstammen einer einflussreichen jüdischen Familie aus Brajansk. Naum Gabo geht in Tomsk in Zentralrussland zur Schule, erlebt dort die Niederschlagung der Revolution im Jahre 1905 und wird von den Eltern zurück nach Brajansk geholt (Brajansk liegt etwa 400km südlich von Moskau). Er ist begeistert von den sozialistischen und revolutionären Ideen und engagiert sich politisch, bis er, wegen der Verteilung von Flugblättern an die Arbeiterschaft verhaftet wird und nur durch die guten Beziehungen der Familie wieder auf freien Fuß kommt.

Nach Ende der Schule kommt Naum Gabo nach Deutschland, beginnt Medizin in Berlin zu studieren, interessiert sich dann aber mehr für naturwissenschaftliche Studiengänge und landet schließlich an der technischen Universität in München und studiert Hochbau, besucht aber auch Vorlesungen in Philosophie und Kunstgeschichte.

Während des ersten Weltkriegs zieht er nach Oslo und beginnt, seine künstlerischen Vorstellungen in ersten bildhauerischen Werken umzusetzen. Naum Gabo fertigt erste konstruktivistische Skulpturen an, bei denen einzig durch aneinander gefügte Flächen das Volumen der Skulpturen entsteht. Er bekennt sich zum Konstruktivismus, wird Mitglied der russischen konstruktivistischen Bewegung und zieht nach dem Ende der Oktoberrevolution zurück nach Russland. Dort veröffentlich er 1920 mit seinem Bruder das Realistische Manifest, bekommt aber auch mehr und mehr Probleme, seine künstlerischen Ideen in Einklang mit den kommunistischen Richtlinien zu bringen und schließlich entscheidet er sich für eine Emigration in nach Westeuropa und später in die USA. Schlussendlich in Boston angekommen, lehrt er dort an der Harvard University Architektur.

Die Skulpturen von Naum Gabo zeichnen sich dadurch aus, dass er nicht mehr die Masse der Plastik in den Vordergrund stellt und mit der Masse arbeitet, sondern dass er seine Skulpturen aufbaut, konstruiert. Dabei sind gekreuzte Flächen die Grundformen seiner räumlichen Konstruktionen und er sieht den Raum um die Skulptur als Tiefe an, die es zu gestalten gilt.

In den kommenden Tagen mehr zu den konstruktivistischen Skulpturen und zum Realistischen Manifest, dass die moderne Bildhauerei wesentlich beeinflusst hat.

Einige seiner Skulpturen finden sich bei WikiArt: Naum Gabo

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