Helga Philipp – Pionierin der konkreten Kunst in Österreich

Noch eine Österreicherin: Die 1939 in Wien geborene Helga Philipp gilt heute zu Recht als Pionierin konkreter Kunst und Op Art in Österreich. Mit ihrem vielfältigen Werk hat sie die Felder konkreter und konstruktiver Tendenzen vor allem in Europa und USA aufgespürt und in eigenen Werken umgesetzt.

„… Im Jahr 1953 begann die Künstlerin im Alter von sechzehn Jahren eine vorbereitende Ausbildung an der Akademie für Angewandte Kunst, um mit dem Studium der Bildhauerei … fortzusetzen. Durch die Biennale in Venedig 1958 und durch Freunde wie Marc Adrian kam sie im Jahr 1961 in Kontakt mit der aufkommenden Op-Art-Avantgarde und der konkreten Kunst.

Mit Richard Kriesche und Jorrit Tornquist gründete sie 1968, anlässlich einer Ausstellung für das Grazer „forum stadtpark“, eine Künstlergruppe mit dem Namen „Gruppe Austria“ und war ständig in die kleine österreichische Szene konkret-konstruktiver Richtung involviert. Mit ihren Op-Art-Werken war Philipp in Museumsausstellungen und am Kunstmarkt international präsent und erfolgreich…

Von 1965, kurz nach Abschluss ihres Studiums, bis 2002 war die Künstlerin an der Hochschule für Angewandte Kunst als Assistenzprofessorin lehrend tätig. Ihre bekanntesten Schülerinnen und Schüler sind Gerwald Rockenschaub, Franz Graf, Brigitte Kowanz, Heimo Zobernig, Martin Beck oder Thomas Freiler, die zum Teil als Vertreter der „neuen Geometrie“, aber auch in Fotografie, Licht- und Konzeptkunst in den späten Achtzigerjahren Karriere machten.

Nach loser Zugehörigkeit zu der 1979 um Hildegard Joos und das Sammlerpaar Gertraud und Dieter Bogner in Schloss Buchberg versammelten Gruppe „Exakte Tendenzen“ gründete Philipp in Eigeninitiative in der von ihr 1978 erworbenen Hansenvilla in Ternitz/St. Johann den „Kulturverein Ternitz“. …

In Ternitz konnte sie nicht nur endlich großformatigeren malerischen, meist monochromen oder zweifarbigen Leinwänden oder mehrteiligen Gemälden widmen, sondern auch ihren Studierenden und anderen jungen Künstlern eine neue Ausstellungsplattform bieten. Mehrere Auslandsstipendien (Luxemburg und New York), aber auch Reisen, sowie Ausstellungen bis Japan fanden in den Achtziger- und Neunzigerjahren statt. Nach einigen gewonnenen Wettbewerben wurde Helga Philipp der Preis der Stadt Wien 2001 zuerkannt. Sie konnte ihn kurz vor ihrem frühen Tod … 2002 noch entgegen nehmen.“

Quelle dieses Textes und jede Menge weitere Informationen sowie Fotos ihrer Werke auf der Homepage der Künstlerin: Helga Philipp

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