Andrew Leslie und das Sydney Non Objective Contempory Art Project

Vorgestern habe ich an dieser Stelle über das Australian Centre for Concrete Art (AC4CA) – die Keimzelle der Konkreten Kunst in Australien – geschrieben. Die Konkreten Künstler der Gruppe werden durch Konkrete Kunst auf Wänden im öffentlichen Raum weithin bekannt. Den ersten australischen Künstler, den ich vorstelle, hat aber gleich mal keine Wand bemalt. Andrew Leslie ist zwar einer der Gründer des AC4CA und zweifelsohne einer der wichtigsten konkreten Künstler des Centres, hat aber tatsächlich als einziges Gründungsmitglied keine Wand bemalt.

Andrew Leslie zieht bereits im Jahr nach der Gründung an die Ostküste Australiens nach Sydney und gründet dort 2005 mit dem Konkreten Künstler Billy Gruner das Sydney Non Objective Contempory Art Project (SNO). eine galeriebasierte Version des AC4CA. Seit 2005 hat das kuratierte öffentliche Ausstellungsprogramm über 170 monatliche Ausstellungen hervorgebracht, die mehr als 400 Künstler aus Australien und Übersee zeigten. Andrew Leslie leitet das SNO über Jahre hinweg und gibt den zeitgenössischen Künstlern in Australien mit dem SNO eine internationale, bekannte Plattform für ihre Kunst.

Andrew Leslie selbst hat seine Konkrete Kunst sowohl in Australien als auch im Ausland vielfach ausgestellt. Seine Werke hinterfragen die Art und Weise, wie Wahrnehmung den Rahmenbedingungen der zeitgenössischen Gesellschaft und Kultur unterliegt. Durch die Sprache der Abstraktion wird die einfache Beziehung zwischen Farbe, Form und Materialität verwendet, um den Betrachter dazu zu bringen, seine Wahrnehmung in Frage zu stellen.

Andrew Leslie, Black Mirror, 2016
(c) Andrew Leslie

„Meine Arbeit versucht, die Art und Weise zu hinterfragen, wie die Wahrnehmung durch die Rahmenbedingungen der zeitgenössischen Gesellschaft und Kultur gesteuert wird. Durch die Sprache der geometrischen Abstraktion werden einfache Beziehungen zwischen Farbe, Form und Materialität (oder deren Fehlen) verwendet, um den Betrachter dazu zu bringen, das, was er sieht, und damit den Prozess, durch den das Sehen konstruiert wird, zu hinterfragen.

Als Teil dieses Projekts habe ich ein System entwickelt, bei dem wandbasierte Objekte eine verborgene bemalte Oberfläche verwenden, um einfache Bilder mit Umgebungslicht auf die tragende Wand zu projizieren. Betrachtet der Betrachter das Werk aus traditioneller Sicht, ist nur das Objekt sichtbar. Wenn sie bereit sind, eine radikale Position einzunehmen, d.h. von der Seite an die Arbeit heranzugehen, entsteht ein ephemerer Raum, in dem die Wand „verschwindet“ und neue Informationen preisgegeben werden. Die Position des Betrachters, die Tageszeit, die Raumbeschaffenheit, die tragende Wand und die reflektierten Bilder sind grundlegende Bestandteile der Arbeiten.

Die Art des reflektierten Bildes wird durch Reaktionen auf bestimmte Ereignisse und Aktionen bestimmt. Gleichzeitig fungiert die Interaktion zwischen dem Betrachter und diesen gemalten Objekten als Modell für den Prozess, durch den wir die Welt um uns herum verstehen.“

Dieses Zitat und eine ganze Reihe Fotos der konkreten Werke des Künstlers finden sich auf den Webseiten von Geoform: Andrew Leslie. Weitere Fotos von Werken sind auch auf den Webseiten der Annandale Galerie zu finden.

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