Júlio Pomar und der Neo-Goyanismus

Júlio Pomar wird 1926 in Lissabon geboren und besucht, nach der schulischen Ausbildung, auch die Kunstakademie in der Hauptstadt. 1944 wechselt er schließlich zur Kunstakademie nach Porto und hat dort, nach dem zweiten Weltkrieg, auch erste Einzelausstellungen seiner Zeichnungen. In diesen frühen Jahren bringt ihm seine Opposition gegen Salazars diktatorisches Regime vier Monate Gefängnis ein und er verliert seinen Studienplatz in Porto. Seine Werke werden beschlagnahmt, eine Reihe von Wandmalereien sogar zerstört. 1950 geht Júlio Pomar für ein Jahr nach Spanien, um sich dort intensiv mit den Werken des spanischen Malers Francisco Goya zu befassen, dessen Werk ihn zukünftig nachhaltig beeinflusst. Anfang der sechziger Jahre schließlich zieht er nach Paris und eröffnet dort ein eigenes Atelier.

Júlio Pomar, Camões, 1990, Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Neben Francisco Goya beeinflussen die beiden Literaten  Alves Redol und Soeiro Pereira Gomes die Werke von Júlio Pomar. Die literarischen Figuren der beiden Schriftsteller und Journalisten – beides Vertreter des sogenannten Neorealismus und vor allem auch für ihre politischen Schriften bekannt – inspirieren ihn zu einer Reihe von Gemälden. Von europäischen Malern sind es vor allem Henri Matisse und Jean-Auguste-Dominique Ingres, deren Werke einen großen Einfluss auf das Werk von Júlio Pomar haben. Zusammengefasst ist Júlio Pomars Malerei der fünfziger und sechziger Jahre hauptsächlich vom Neo-Goyanismus geprägt, die folgenden Jahrzehnte vom Realismus.

Júlio Pomar macht sich auch einen Namen als Porträtist: Für den Lissaboner U-Bahnhof Alto dos Moinhos gestaltet er diverse Azulejos – Fließen – mit den Porträts berühmter Lyriker Portugals. Ebenso gestaltete er die Brüsseler Metrostation ‚Jardin Botanique‘, und nimmt Auftragsarbeiten für Porträts bekannter Portugiesen an. Neben der Malerei kann er sich als Essayist profilieren und im Jahr 2000 erscheint das Essaybändchen ‚Entao e a Pintura?‘ (Also auch die Malerei?), in dem er sich mit der Verbindung von Malerei und Literatur auseinandersetzt.

Quelle eines Teils der obigen Vorstellung des Künstlers ist der lesenswerte Eintrag bei Wikipedia: Júlio Pomar

2004 wird in Lissabon zunächst die Júlio Pomar Fundação gegründet, die später in das Museum and Workshop Júlio Pomar (also einem Museum mit seinen Bildern sowie dem Atelier des Künstlers, dem man beim Arbeiten manchmal zusehen konnte) umgewandelt wird. Hier der Link zu den Webseiten der Júlio Pomar Fundação (leider sind die meisten Informationen nur in portugiesischer Sprache verfügbar)

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