André-Pierre Arnal und die gefalteten, betupften Leinwände

André-Pierre Arnal wird 1939 in Nîmes geboren und lebt und arbeitet bis heute in Montpellier und Paris. Internationale Bekanntheit erlangt er durch die Mitgründung und Mitarbeit in der Supports/Surfaces Gruppe. Er identifiziert sich vollauf mit den Zielen der Gruppe, die gängige, figurative Kunst dadurch in Frage zu stellen, dass die Bildträger und Bildoberflächen wesentliche Bestandteile der künstlerischen Auseinandersetzung werden. So beschäftigte sich André-Pierre Arnal von Anfang an mit dem Feld des Signifikanten in der Kunst: „Was ist für Kunst wirklich wichtig – der Bildträger, das Motive, die Darbringung, … ?“ ist eine wichtige Fragestellung für seine künstlerische Tätigkeit.

Ähnlich wie Claude Viallant und Patrick Saytour – beide wie André-Pierre Arnal Mitglieder der Supports/Surfaces Gruppe – arbeitet auch André-Pierre Arnal mit ungespannte Leinwänden als Medium für seine Werke. Die Verwendung leerer, unbehandelter Leinwände, der Verzicht auf Pinsel und Spachteln zum Farbauftrag und die schlichte Banalität des Materials sind die Elemente, die er so im Sinne von Supports/Surfaces nutzt. In seinen ersten Supports/Surfaces-Arbeiten verwendet André-Pierre Arnal regelmäßige und wiederholte Falten, um jede Leinwand zu strukturieren. Gleichzeitig lässt er allerdings den größten Teil der Leinwände zunächst unbehandelt. Später bearbeitet er die Leinwand, indem er sie mit aufeinanderfolgenden Farbschichten betupfte. Die Farben breiten sich auf der Leinwand aus und verschwimmen auf der Oberfläche.

Werke von André-Pierre Arnal zusammengestellt in einem Videofilm

In den achtziger Jahren werden die Arbeiten von André-Pierre Arnal zunehmend komplexer. Er untersucht und nutzt mehr und mehr unterschiedliche Materialen, um deren Einsatzmöglichkeit für die Kunst zu hinterfragen. In interessiert Zufälligkeit und die Möglichkeit durch Zufall Kunst zu erschaffen – so entstehen Werke durch ‚zufälliges‘ Zerreißen von Papier oder durch Zerschlagen von Terrakottaplatten.

„’Zufallszeichnung‘! Die Konturen eines Risses erzählen eine Geschichte von Gewalt und Schmerz. Die ausgefransten Kanten entsprechen dem, was man sich unter dem „Symbol“ vorgestellt hat: zwei ineinander passende Profile, die aus der brutalen Zerstörung der Terrakottaplatte entstanden sind. ”

André-Pierre Arnal

Ein Gedanke zu “André-Pierre Arnal und die gefalteten, betupften Leinwände

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s