Marcelle Cahn und die Collagen

Das Titelbild der derzeitigen Ausstellung Konkreter Künstlerinnen im Kunstmuseum Stuttgart ist von der französischen Künstlern und Vorreiterin der Konkreten Kunst, Marcelle Cahn.

Marcelle Cahn wird 1895 in Straßburg geboren und beginnt bereits als Kind sich für Kunst zu interessieren. Sie nimmt Mal- und Zeichenunterricht und lernt außerdem Geige zu spielen. Mit 20 Jahren zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Berlin und studierte dort bei den deutschen Malern Lovis Corinth und Eugene Spiro. Ab 1920 hält sie sich in Paris auf, wo sie zunächst mit geometrischen Zeichnungen experimentiert. 1925 wird Marcelle Cahn schließlich Schülerin von Fernand Léger und Amédée Ozenfant an der Académie Moderne, Paris. Ihre Malerei wird in diesen Jahren zunehmend abstrakt und zeigt Einflüsse des Kubismus und Purismus. Ab den dreißiger Jahren nimmt Marcelle Cahn regelmäßig an den Treffen und Ausstellungen der Gruppe Cercle et Carré teil. Außer in Paris verbringt sie nun zunehmend mehr Zeit in Straßburg und Zürich. Und während des Krieges versteckt sie sich in Toulouse. Sie zieht sich zunehmend von der Kunst zurück und vertieft sich in die Philosophie. Insbesondere die Werke Kants haben es ihr angetan.

Marcelle Cahn
Femme et Voillier, 1926–27
Öl auf Leinwand, 66 x 50 cm
Musée d’Art moderne et contemporain, Strasbourg
Foto: Musées de Strasbourg, A. Plisson

Nach dem zweiten Weltkrieg kehrt sie nach Paris zurück und tritt dem – unter anderem von Sonia Delaunay initiierten – Salon des Réalites Nouvelles bei. Ab 1948 stellt Marcelle Cahn dann auch ihre abstrakten und konkreten Kunstwerke in den Ausstellungen des Salon des Réalités Nouvelles wieder aus und beginnt in den fünfziger Jahren mit meist kleinformatigen Collagen, die zu so etwas wie ihrem Markenzeichen werden. Ab 1961 stellt sie erstmals bei Denise René in Paris aus, die sie ab 1966 unter Vertrag nimmt und vertritt. Die Arbeiten, die in den 50er und 60er Jahren entstehen, bedeuteten für Marcelle Cahn einen neuen künstlerischen Aufschwung und verhelfen ihr zur internationalen Anerkennung. 

Jede Menge ihrer Werke finden sich bei Wikiart und hier noch der Link zur französischsprachigen Webseite der Freunde der Künstlerin: Marcelle Cahn

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