Martín Blaszko – konkrete Skupturen mit Kompass und goldenem Schnitt

Heute stelle ich vorläufig den letzten der Gründungsväter der Madí Bewegung in Argentinien vor: Martín Blaszko. Er flieht vor der nationalsozialistischen Verfolgung und dem Zweiten Weltkrieg zuerst 1933 nach Polen, mit dem Einmarsch der deutschen in Polen flieht er dann nach Frankreich und wandert 1939 schließlich nach Argentinien aus. 1945 lernt er Carmelo Arden Quin kennen, dessen abstrakt-rationale Sprache ihn fasziniert. Mit ihm, Arden Quin, Gyula Kosice und Rhod Rothfuss gründet er im Jahr darauf die – hier in den Blogs der vergangenen Tage schon mehrfach erwähnte – Madí-Bewegung.

Martín Blaszko, Bipolaridades en el contexto urbano, 2005,
(c) FairUse

Mit dem Kompass als Hilfswerkzeug für seine Zeichnungen und dem ‚goldenen Schnitt‘ als Konzept für alle Beziehungen schafft Martín Blaszko nach den Prinzipien der Madí-Bewegung geometrische Gemälde mit unregelmäßigen Rahmen und in vertikalen Formaten. Die Auseinandersetzung mit der Vertikalität von Formen bringt ihn hin zu vertikalen, monolithischen Skulpturen. In diesen Skulpturen zeigt Martín Blaszko oft das Konzept der „Bipolarität“, Ausdruck zweier antagonistischer Kräfte, die durch aufsteigende, sich kreuzende, sich unterbrechende Körper dargestellt werden. Die sich ergebenden Spannung geben der Komposition der Skulpturen Rhythmus und Ausgewogenheit.

1952 nimmt Martín Blaszko erfolgreich an einem Skulpturenwettbewerb in London teil und wird als Finalist für eine Ausstellung in der Tate Gallery ausgewählt. Diese Ausstellung und ein Retrospektive Anfang der sechziger Jahre in Buenos Aires machen ihn international bekannt und zu einem der anerkanntesten Bildhauer in Argentinien.

In den 1960er und 1970er Jahren experimentiert Martín Blaszko in verschiedenen Serien mit Texturen und Ausdrucksformen und beginnt eine Schaffensphase, die von informeller und expressionistischer Kunst beeinflusst wurde. Die Skulpturen dieser Zeit, hauptsächlich aus Bronze mit rauer Oberfläche und mit den Effekten von Licht und Schatten arbeiteten, sind massiv, unregelmäßig und lösen sich von den geometrischen Geboten der Madí-Bewegung. In den achtziger Jahren entstehen noch einige Werke im öffentlichen Raum bevor er sich in den neunziger Jahren wieder mehr der Malerei zuwendet und mit Ölfarben und Collagen, Beziehungen zwischen Farbebenen untersucht.

Jede Menge weitere Infromationen auf der Webseite des Künstlers: Martín Blaszko

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